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17.05.13 / 12:52
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Uni Witten/ Herdecke wird 30

Wagemut und Entschlossenheit zeichneten die Gründungväter der Universität Witten/Herdecke (UW/H) aus, die heute ihr 30-jähriges Bestehen feiert.



Eine Wissenschaftsperle in der Natur. Die nicht-staatliche Universität Witten-Herdecke wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. UW/ H

Drei Jahrzehnte UW/H - Zeit für eine Rückschau und den Blick nach vorne. Damals wie heute wird die Hochschule von einer Überzeugung getragen: Im Mittelpunkt steht der Mensch.

"Unsere Hochschule will sich den gesellschaftlichen Aufgaben und Erfordernissen, die aus der Gesellschaft auftreten, stellen.“ Mit diesen Worten drückte am 30. April 1983, zur Eröffnung der Universität Witten/Herdecke, Gründungspräsident Dr. Konrad Schily den Anspruch der UW/H aus. Als an diesem Tag die ersten 27 Studierenden ihre Medizinerausbildung in Witten begannen, lagen schon einige Jahre der Überzeugungsarbeit hinter Schily und seinem Kollegen PD Dr. Gerhard Kienle.

Eine Medizin, auch auf menschliche Zuwendung setzt, braucht auch eine eine besondere Medizinerausbildung.

Die beiden Ärzte am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke waren überzeugt, dass eine Medizin, die nicht ausschließlich auf Apparate und Medikamente, sondern auch auf menschliche Zuwendung setzt, auch eine besondere Medizinerausbildung braucht, und engagierten sich für die Gründung einer Universität, die diesem Anspruch gerecht werden sollte.

Nach langwierigen Debatten in der Bundes- und Landespolitik gab es 1982 endlich das positive Votum des damaligen SPD-Ministerpräsidenten Johannes Rau. Schily und Kienle haben mit dieser Gründung der ersten nichtstaatlichen Universität in privater Trägerschaft die bundesrepublikanische Hochschullandschaft nachhaltig verändert.

"Mit innovativen, theoretisch fundierten und praxisnahen Lehr- und Lernwegen wollen wir weiterhin in vielfältigen Studiengängen Neuland betreten. Auch heute fördern und fordern wir junge Studierende auf ihrem individuellen Entwicklungsweg zu urteilskräftigen und gestaltungsfähigen Persönlichkeiten", formuliert die Uni ihren Anspruch. Wurden anfangs nur Mediziner ausgebildet, sind inzwischen mehr als 1.400 Studierende in den 14 Studiengängen der Fakultäten Gesundheit, Wirtschaft und Kultur eingeschrieben.

Im Sinne Humboldts

Persönliche Auswahlverfahren statt Numerus Clausus, neue Lernmethodiken, Mentorenverfahren und ein starker Praxisbezug der Lehre - " die besonderen Studienbedingungen in Witten haben sich bewährt“, sagt Prof. Dr. Stefan Zimmer, Wissenschaftlicher Direktor der UW/H. "Doch noch wichtiger ist für uns, dass die Studierenden genügend Raum und Zeit bekommen für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und eine - ganz
im Sinne Humboldts - umfassende Bildung.“

Durch den sogenannten Umgekehrten Generationenvertrag, der 1995 von Wittener Studierenden selbst entwickelt wurde, können die Studierenden die finanzielle Belastung durch Studiengebühren auf die Zeit nach ihrer Ausbildung verlegen. Kein Fixbetrag, sondern ein gewisser Prozentsatz des Einkommens bildet dann die nachträgliche Zahlung. "Durch dieses Modell stellen wir sicher, dass jeder bei uns studieren kann“, sagt Zimmer, "unabhängig davon, wie viel Geld er oder sie von zu Hause aus hat oder wie hoch dotiert die spätere Erwerbstätigkeit sein wird.“

Eine Hochschule auf Wachstumskurs

Die vergangenen vier Jahre waren an der UW/H von einem tiefgreifenden Strukturwandel geprägt. Heute wird die Universität von Gesellschaftern getragen und durch einen Aufsichtsrat begleitet. Nach der Haushaltskonsolidierung und organisatorischen Neuausrichtung, deren Erfolg durch die Akkreditierung des Wissenschaftsrates für weitere sieben Jahre anerkannt wurde, ist die Wittener Universität auf Wachstumskurs.

"Wir rechnen mit etwa 2.000 Studierenden bis 2015“, sagt Zimmer. Zum einen werden ihm zufolge die Aufnahmezahlen für schon bestehende Fächer erhöht, aber auch neue Studienfächer starten oder sind in Planung. Wenn die Studierendenzahlen steigen, sei es auch an der Zeit, an einen Ausbau der Infrastruktur zu denken. Dann gelte es, das 1993 eingeweihte Campusgebäude zu erweitern.

"Die Gründung der Universität, ebenso wie ihre weitere Entwicklung, wären ohne die vielen Freunde und Förderer der UW/H nicht möglich gewesen“, sagt Prof. Dr. Martin Butzlaff, Präsident der UW/H und selbst Student während der Wittener Anfangsjahre.

Förderer mit Rang und Namen

Er erinnert an die Förderer der ersten Stunde: Zu ihnen gehörten unter anderem Dr. Alfred Herrhausen, Sprecher des Vorstands der Deutschen Bank AG und Mitglied im ersten Kuratorium der UW/H, Prof. Dr. h.c. Berthold Beitz von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und Reinhard Mohn, der damalige Vorsitzende des Bertelsmann-Konzerns sowie Gerd Bucerius von der Zeit-Stiftung.

"Noch immer lebt und wächst die UW/H dank des Engagements zahlreicher Persönlichkeiten, Stiftungen und Unternehmen, die sich mit den Leitideen der Universität identifizieren“, sagte Butzlaff. Mit einer großen Jubiläumsfeier am 17. Mai 2013 möchte sich die Uni bei all ihren langjährigen Begleitern bedanken.


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