ck/pm
07.06.17 / 16:06
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VDZI gegen Zahntechniklabor in MVZ

Auf seiner Verbandstagung gestern in Kassel forderte der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) fachgruppengleiche medizinische Versorgungszentren (MVZ) für den zahnärztlichen Bereich abzuschaffen, "mindestens aber das dabei mögliche Besitzen und Betreiben eines zahntechnischen Labors zu untersagen."



"ie mit den zahnärztlichen MVZ "verbundenen ökonomischen Anreize zu Wachstum und Gewinnorientierung, wie sie Zahnärzten in diesem Zusammenhang bereits von Unternehmensberatern vermittelt werden, tragen unvermeidlich zur Auflösung des Berufsbildes des freien Heilberufes mit dem prägenden Prinzip der persönlichen Leistungserbringung bei", heißt es in einer aktuellen Mitteilung des VDZI. VDZI

"Die damit verbundenen ökonomischen Anreize zu Wachstum und Gewinnorientierung, wie sie Zahnärzten in diesem Zusammenhang bereits von Unternehmensberatern vermittelt werden, tragen unvermeidlich zur Auflösung des Berufsbildes des freien Heilberufes mit dem prägenden Prinzip der persönlichen Leistungserbringung bei", heißt es dazu in einer Mitteilung des VDZI.

Im Gegensatz zu der ursprünglichen Absicht der Gesundheitspolitik, mit fachübergreifenden Versorgungszentren die interdisziplinäre Zusammenarbeit medizinischer Heilberufe weiter zu stärken, wirke das zahnärztliche Mono-MVZ nach Ansicht des VDZI stattdessen als "ökonomischer Hebel", der die bisherigen Versorgungsstrukturen vor allem in Ballungszentren "schon bald massiv negativ beeinträchtigen wird".

"MVZ verstärken Kommerzialisierungstendenzen in der Zahnmedizin!"

MVZ nur für Zahnärzte verstärken laut VDZI "unzweifelhaft die Zentralisierung und die ohnehin mit wachsenden Zahnarztketten verbundenen Kommerzialisierungstendenzen in der Zahnmedizin".
Darüber hinaus würden sie  „Praxislaborkonstruktionen in freiberuflicher Zahnarzthand organisieren und damit den bereits mit der Zunahme von Gemeinschaftspraxen und Praxisgemeinschaften beobachteten Trend weiter forcieren". Das klassische Praxislabor müsse "bei dieser Form endgültig als Profitcenter mit Auslastungskalkül benannt werden".

Ein "ordnungspolitische Kollateralschaden" für Zahntechniker

Der VDZI sieht in der Folge einen "ordnungspolitische Kollateralschaden" für Zahntechniker, da damit gleichzeitig und ohne Not die privatwirtschaftlichen und wettbewerbsorientierten Anstrengungen der zahntechnischen Meisterbetriebe entwertet würden. Privatwirtschaftliche Unternehmertätigkeit werde durch die neue Organisationsform in Zahnarzthand im "unfairen Wettbewerb" verdrängt. Auch werde die derzeitige Beschränkung des Kreises der MVZ-Träger eine gewinnorientierte Ausrichtung der Betreiber und Fehlanreize bei den angestellten Zahnärzten ebenso wenig aufhalten, wie hierdurch der Einzug von Fremdinvestoren verhindert werde.

"Mindestens aber ist das dabei mögliche Besitzen und Betreiben eines zahntechnischen Labors zu untersagen."

"Ein medizinischer oder versorgungspolitischer Fortschritt ist mit dem MVZ nicht verbunden. Mono-MVZ-Strukturen bei Zahnärzten sind angesichts der bestehenden und unstrittig erfolgreichen wohnortnahen Versorgungsstrukturen nicht nur überflüssig, sondern schädlich", bilanziert der VDZI. Solche MVZ seien daher abzulehnen, "mindestens aber ist das dabei mögliche Besitzen und Betreiben eines zahntechnischen Labors zu untersagen.“


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