sg/pm
19.03.13 / 09:30
Nachricht

Wartezeiten als Steuerungsinstrument

Wartezeiten sind in vielen Ländern ein Mittel, um Gesundheitsleistungen zu rationieren. Verfahren wird dabei nach dem Motto: Wer die Leistungen will, wartet auch.



Langes Warten hält einige Patienten ganz vom Arztbesuch ab.Aus ökonomischer Sicht sind Wartezeiten Kosten für den Wartenden. Dominik Pietsch

Wie aus einem internationalen Vergleich des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) hervorgeht, verfahren die Länder unterschiedlich transparent mit dem Thema Wartezeiten. Während in einigen Ländern Wartelisten veröffentlicht werden, machen andere Länder keine Angaben zu Wartezeiten. Dies heißt aber nicht, dass es dort keine Wartezeiten gibt, so der Report. Diese allerdings würden oftmals bestehen, um dem Überhang der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen entgegenzutreten.

Ausdruck des Mangels

Wartezeiten entstehen demnach, wenn die Kapazität nicht ausreicht, um die aktuelle Nachfrage zu befriedigen. Durch Rationierung in Form von Warteschlangen wird der Zugang zu Gesundheitsleistungen für Patienten erschwert und einige Patienten werden ganz von der Behandlung abgehalten, heißt es. Damit stellen Wartezeiten ökonomisch betrachtet Kosten für den Wartenden dar. Durch diesen "Preis“, den Wartezeiten einer Behandlung zuordnen, ließe sich die Nachfrage reduzieren.

Für 14 der 34 OECD-Länder konnten im Bericht offizielle Angaben zu Wartezeiten recherchiert werden, die im Internet abrufbar sind. Offizielle Statistiken zu Wartezeiten existierten fast nur in Ländern, die die Absicherung im Krankheitsfall über ein steuerfinanziertes nationales Einheitssystem organisieren. Nur die Niederlande und Polen kennen offizielle Wartezeiten, verfügen aber über ein beitragsfinanziertes Gesundheitssystem.
 
 


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt