sg/dpa
24.06.13 / 10:25
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Wenn der Arzt kein Deutsch spricht

Der Patient klagt über Zahnschmerzen, doch der Doktor versteht etwas ganz anderes. Deutschland muss den Ärztemangel mit ausländischen Medizinern ausgleichen. Doch fehlende Sprachkenntnisse machen Probleme.



Nicht nur fachlich muss der Arzt top sein- auch gute Deutschkenntnisse sind elementar. DAK Gesundheit

Zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Deutschland wollen die Gesundheitsminister der Länder einheitliche Qualifikationsstandards für ausländische Ärzte festlegen. "Was uns etwa immer wieder Sorgen bereitet, ist das Sprachniveau einiger Ärzte", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) in Hannover.

Eine reibungslose Kommunikation

Unter den Fachministern der Länder herrsche deswegen bereits vor ihrer am Mittwoch beginnenden Konferenz in Potsdam die einhellige Meinung, dass ausländische Ärzte mindestens ein fortgeschrittenes Sprachniveau haben müssten, um in Deutschland als Mediziner arbeiten zu dürfen.  "Es muss einfach sichergestellt sein, dass die Kommunikation mit den Patienten reibungslos klappt", sagte Rundt.

Dies sei schon für Muttersprachler nicht einfach, da viele Patienten häufig selbst nicht sicher benennen könnten, was mit ihnen los sei. "Ansonsten besteht die Gefahr, dass ein Patient Zahnschmerzen hat, bei dem Arzt aber etwas ganz anderes ankommt." 

Diskutiert werde auch, ob es zusätzliche Schulungen für Patientengespräche, Arztbriefe, die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse oder rechtssichere Patientenaufklärung geben müsse. Derzeit sei dies in den Bundesländern noch sehr unterschiedlich geregelt. "Das sehen wir schon bei uns in Niedersachsen", sagte Rundt. Bei einem Projekt mit der Medizinischen Hochschule Hannover werden ausländische Ärzte kostenfrei für ihre Arbeit geschult. 

Eine positive Willkommenskultur

Die Kosten für die Fortbildungsmaßnahmen und für verlangte Sprachprüfungen solle der Bund übernehmen, sagte die niedersächsische Sozialministerin. Darüber herrsche Einigkeit unter den Ländern. Die ausländischen Ärzte sollten dafür nicht zahlen müssen. "Wir brauchen eine positive Willkommenskultur, denn es ist ganz wichtig, dass wir ausländische Ärzte in Deutschland haben." Ohne Fachkräfte aus anderen Ländern sei die medizinische Versorgung nicht mehr sicherzustellen.


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