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24.02.17 / 11:24
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ZFA - eine Konkurrenz für Zahntechniker?

Preisdumping, Wettbewerbsverzerrung, CAD/CAM-Schulungen für ZFA, fehlender Nachwuchs. Karola Krell, Referatsleiterin Zahntechniker/innen im Verband medizinischer Fachberufe (VmF), erzählt, warum der Berufsstand des Zahntechnikers gefährdet ist.




zm-online:  Der VmF hat kürzlich ein Positionspapier Zahntechnik verfasst. Was hat den Verband dazu veranlasst?

Karola Krell: 2010 öffnete sich der Verband medizinischer Fachberufe e.V. auch für die angestellten Zahntechniker/innen, und am 24. April 2016 wurde ich von der Bundeshauptversammlung unseres Verbandes in das neu geschaffene Amt der Referatsleitung Zahntechniker/innen gewählt.

Nach über 30-jähriger Berufserfahrung als Zahntechnikerin und vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen sowie auch durch meine ehrenamtliche Mitarbeit im Fachausschuss Zahntechnik sind mir die Anliegen und Sorgen der angestellten Zahntechniker/innen wohlbekannt.

Mir war wichtig, diese unterschiedlichen Probleme und Fragestellungen zu definieren und zu formulieren, um somit eine Basis für eine berufspolitische Positionierung unseres Verbandes zu schaffen. Wir haben das Papier in der erweiterten Bundesvorstandssitzung diskutiert und verabschiedet.

Welche Inhalte haben die von Ihnen erwähnten Teilqualifizierungsmaßnahmen für Berufsfremde im Bereich CAD/CAM?

Zum Beispiel wird in Qualifizierungsmaßnahmen von Handel und Industrie im Bereich CAD/CAM für Zahnmedizinische Fachangestellte die Herstellung von Zahnersatz mit CEREC geschult. Die Inhalte dieser 1,5-  bis 3-Tagesschulungen umfassen nach meinen Recherchen unter anderem das Erstellen eines digitalen Abdrucks, das Gestalten der Restauration, die Fertigung in der Schleifeinheit sowie das Finalisieren der Restauration, also Bemalen, Glanzbrand etc. 

Wir sind der Auffassung, dass zur Herstellung von zahntechnischen Restaurationen - dazu gehören auch Kronen und Inlays beziehungsweise Onlays - eine zahntechnische Ausbildung notwendig ist. Wesentliches fachspezifisches Wissen aus der Prothetik und Werkstoffkunde kann in der Kürze dieser Teilqualifizierung weder vermittelt noch erlernt werden.

Was macht denn hier die Industrie?

Die gesamte Branche ist im Umbruch, neue Geschäftsfelder werden erschlossen: Ich sehe das Zahntechnikerhandwerk in Gefahr, weiter zwischen die Mühlsteine unterschiedlichster Interessen zu geraten. Die Industrie entwickelt die Technik immer weiter, die natürlich verkauft werden soll.

Insbesondere Inhaber kleinerer Dentallabore haben Schwierigkeiten, die hohen Investitionssummen zu leisten, um technisch auf dem neuesten Stand sein zu können und sowohl sich selbst als auch ihre Mitarbeiter/innen entsprechend weiterzubilden. Manche Fräszentren, aber auch Labore unterbieten sich gegenseitig, um preislich selbst noch unter dem Auslandszahnersatz zu bleiben. Dabei werden häufig ungelernte Mitarbeiter/innen eingestellt, die viel billiger sind als gut ausgebildete Fachkräfte, um diese Dumpingpreise halten zu können. 


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