sf/pm
17.01.13 / 08:55
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Zahnärzte screenen bei Special Olympics

In Garmisch-Partenkirchen laufen bis zum 18. Januar die Nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Zahnmediziner engagieren sich beim "Healthy Athletes"-Gesundheitsprogramm.




Special Olympics bietet allen Athleten im Rahmen des "Healthy Athletes®"-Gesundheitsprogramms kostenlos umfassende Kontrolluntersuchungen an, denn Menschen mit geistiger Behinderung tragen ein um 40 Prozent höheres Risiko für zusätzliche gesundheitliche Einschränkungen, wie Übergewicht, mangelhafte Fitness, falsche Ernährung und Vitaminmangel, eingeschränkt behandelte Sehschwächen, Hör- und Fußschäden - und schlechte Zähne. 

Zahnkontrolle in der Wettkampfpause

Im Rahmen des Programms "Special Smiles - Gesund im Mund" sollen die Teilnehmer befähigt werden, selbstverantwortlich Gesundheitsrisiken zu erkennen und Methoden zu deren Vermeidung zu erlernen. Organisiert von der Bayerischen Landeszahnärztekammer engagieren sich Zahnärzte aus der Region und Zahnmedizinstudenten der Münchner Universitätszahnklinik in Garmisch-Partenkirchen.

Dr. Imke Kaschke, Deutschland-Managerin der Healthy Athletes, erklärte zm-online: "Bereits am ersten Tag wurden 115 Screenings durchgeführt. Über 90 ehrenamtliche Zahnärzte, Ärzte und Physiotherapeuten sind hier im Einsatz. Die Firma Wrigleys verteilt 6.000 Kaugummis. Zudem werden 1.000 Zahnbürsten ausgegeben. Die Stimmung ist toll."

Die Leistungen sind faszinierend, das Präventionsmanagement muss besser werden

Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer und BZÄK-Vizepräsident: "Menschen mit Behinderung muss ein chancengleicher Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung ermöglicht werden. Wir brauchen für sie ein systematisches Präventionsmanagement.“

Die Politik habe zwar den Bedarf für eine bessere zahnärztliche Versorgung für Menschen mit Behinderung erkannt und erste kleine Schritte zur Verbesserung seien bereits unternommen worden. Doch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die angemessene Betreuung von Menschen mit Behinderung müssten dringend weiter verbessert werden, sagte er.

"Sport baut Brücken - das kann man bei vielen sportlichen Großereignissen eindrucksvoll erleben. Aber mit welcher Leidenschaft Athletinnen und Athleten mit Behinderung ihrem Sport nachgehen und zu welchen großartigen Leistungen sie fähig sind, das ist wahrhaft faszinierend“, erklärte der Schirmherr der Nationalen Winterspiele 2013, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.

Gemeinsam stark

Im Jahr 1968 durch Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy ins Leben gerufen, ist Special Olympics heute mit nahezu vier Millionen Athleten in 170 Ländern vertreten.

Die Nationalen Winterspiele verzeichnen mit 700 Athleten aus 13 Bundesländern in diesem Jahr einen Teilnehmerrekord. Unter dem Motto  "Gemeinsam stark“ gehen die Athleten in sieben Sportarten an den Start. Eine Zunahme verzeichnen auch die Unified-Wettbewerbe, bei denen Sportler mit und ohne geistige Behinderung gemeinsam ein Team bilden.

Mit den 300 Betreuern, 300 Familienangehörigen, den etwa 500 freiwilligen Helfern sowie den Teilnehmern am wettbewerbsfreien Angebot sind insgesamt mehr als 2.000 Menschen mit und ohne Behinderung in die Veranstaltung involviert. 

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den Ergebnissen der Spiele.

 


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