sg/ck/pm
25.06.15 / 12:35
Politik

"Datensammelwut der Kassen eindämmen!"

Das Fallmanagement der Krankenkassen stößt auf Widerstand bei Datenschützern, Ärzten und Patienten. Auch die KZBV hält das Profiling durch die Kassen für problematisch und fordert Grenzen der "Datensammelwut".



Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) stellte vergangene Woche den Tätigkeitsbericht zum Datenschutz vor. Darin wird unter anderem auch zum Fallmanagement der Krankenkassen kritisch Stellung genommen.

Kassen können Profile von Patienten und Behandlern erstellen

Aus Sicht des stellvertretenden KZBV-Vorsitzenden Dr. Günther E. Buchholz ist die dokumentierte Sammlung personenbezogener Daten, insbesondere sensibler Sozialdaten durch die Krankenkassen nicht nur von der Warte der Vertragszahnärzteschaft höchst problematisch: "Es gibt de facto keinen Lebensbereich der Versicherten mehr, über den seine Krankenkasse nicht im Detail Bescheid weiß - und das vielfach ohne gesetzliche Grundlage."

Die Kassen könnten demnach bei Bedarf jederzeit vollständige Profile von Patienten, aber auch Behandlern generieren und für Ihre Zwecke nutzen. Buchholz: "Ich fordere daher die Bundesbeauftragte für den Datenschutz auf, energisch gegen die weiter ausufernde Datensammelwut übergriffiger Kostenträger mit geeigneten Maßnahmen vorzugehen.“

Patienten- und Ärztegängelung

Vor allem das Fallmanagement der Krankenkassen war von der obersten Datenschützerin als kritisch bewertet worden. Unter dem Vorwand, die Qualität der Versorgung sichern und Kosten senken zu wollen, nutzen viele Kassen die dabei gewonnenen Daten, um Einfluss auf den Verlauf von Behandlungen zu nehmen und damit Zahnärzte, Ärzte und deren Patienten gleichermaßen zu gängeln.


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