ck/pm
28.05.13 / 09:21
Politik

En garde

KBV-Chef Dr. Andreas Köhler kündigte auf dem Deutschen Ärztetag in Hannover an, den Einfluss der Körperschaften gegenüber den Kassen stärker auszuspielen.



"Ich habe nämlich den Eindruck, dass wir unsere Stärken gar nicht richtig ausspielen. Wir haben viel mehr Gewicht und Einfluss als wir uns selbst bewusst sind.“ KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. KBV

"Empathie, Fürsorge und Verständnis sind und bleiben Kernkompetenzen eines jeden Arztes", betonte Köhler auf der Vertreterversammlung . "Sie sind eines der mächtigsten Wirkprinzipien einer jeden Therapie. Es muss wieder unsere Aufgabe und Pflicht als ärztliche Körperschaft werden, daran stets aufs Neue zu erinnern! Wir dürfen uns nicht einreden lassen, das sei eine romantische Vorstellung, die wir uns nicht leisten können, weil sie nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot entspricht.“

Ärzte als Menschen zeigen

Mit der angelaufenen Kampagne "Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ sei es gelungen, Ärzte als Menschen zu zeigen, sagte Köhler. Die Plakate, Spots und Broschüren würden wahrgenommen, der überwiegende Teil der zahlreichen Rückmeldungen sei positiv. Es seien sogar Foto- und Videobewerbungen von Ärzten eingegangen, die gerne selbst mitmachen würden.

KBV und Kassenärztliche Vereinigungen sollten wie mit der Kampagne insgesamt mehr auf die menschliche Seite des Berufes Arzt setzen und sich nicht in das Wirtschaftlichkeitsdenken anderer Akteure pressen lassen, sagte Köhler. "Ich habe nämlich den Eindruck, dass wir unsere Stärken gar nicht richtig ausspielen. Wir haben viel mehr Gewicht und Einfluss als wir uns selbst bewusst sind.“

Zeit, die Speere nach außen zu richten

Bisher hätten die Körperschaften zu viel Energie darauf verschwendet, sich intern zu beharken. Deshalb sei es ein wichtiges Zeichen, dass der Streitpunkt bei der Trennung der Vergütungen von Haus- und Fachärzten endgültig erledigt sei. Nun sei es an der Zeit, die Speere nach außen zu richten.

Als Stoßrichtung gab Köhler den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung vor, der sich nach wie vor darin gefalle, das Feindbild Ärzteschaft zu pflegen und alle Ärzte unter Generalverdacht zu stellen. Köhler verschärfte seine Kritik am Online-Formular des Verbands, mit dessen Hilfe Patienten anonym Hinweise auf vermutetes Fehlverhalten von Ärzten anzeigen können.

Eine hochsuggestive Sprache

"Die Sprache, die dort verwendet wird, ist hochsuggestiv. Dort ist von ‚tatverdächtiger Person‘, von ‚Tatort und Tatzeit‘ die Rede. Dieses Vokabular ist eine Unverschämtheit! Es erzeugt ganz automatisch den Eindruck, es läge bereits eine Straftat vor.“ 


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