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30.10.12 / 13:19
Politik

Fachkongress fordert patientenzentrierte Behandlung

Patienten müssen bei der ärztlichen Versorgung wesentlich mehr in die Behandlung einbezogen werden. Zu dem Ergebnis kommt ein Fachkongress zur Versorgungsforschung in Berlin.



Teilnehmer aus Politik, Forschung, Medizin und Selbstverwaltung diskutierten am 29. Oktober, wer im Gesundheitssystem festlegt, was für Patienten relevant ist.

Unterschiedliche Prioritäten

Dass es in der medizinischen Versorgung noch zu oft starke Diskrepanzen zwischen ärztlichen Behandlungsprioritäten gibt und dem, was Patienten als wichtig erachten, erklärte etwa Prof. Dr. Reinhold Roski.

Generalziel gerät aus dem Blick

Durch diesen Widerspruch gerate das Generalziel aus dem Blick. Im Sozialgesetzbuch sei dies zwar eindeutig geregelt: Demnach soll eine Behandlung den Gesundheitszustand verbessern, die Krankheitsdauer verkürzen, die Lebensdauer verlängern, Nebenwirkungen von Medikamenten verringern und die Lebensqualität verbessern.

Dennoch fragt sich Dr. Michael Köhler von der Patientenliga Atemwegerkrankungen e.V., was in Sachen Versorgung tatsächlich beim Patienten ankommt, wenn seine Belange bei der Behandlung vernachlässigt würden. Dabei hob er die Bedeutung des Arzt-Patienten-Verhältnisses und die bilaterale Kommunikation besonders hervor.

Der unmündig gehaltene Patient

Noch immer würden Patienten oft unmündig behandelt. Köhler: "Dabei ist es für den Behandlungserfolg mit entscheidend, dass der Patient erkennt, was ihm seine Behandlung oder sein Medikament nutzt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben - auch was die Nebenwirkungen von Arzneimitteln anbelangt“, sagte er. Dies könne bei der Bereitschaft des Patienten, an seiner Genesung aktiv mitzuwirken, ein wichtiges Kriterium sein.

Patientenbeteiligung ist kein Gedöns

Den Gedanken der Compliance unterstrich auch Hardy Müller, Leiter des Referates Versorgungsmanagement bei der Techniker Krankenkasse. "Patientenbeteiligung ist kein Gedöns, sondern ein wichtiger Beitrag zur Effizienz von medizinischen Behandlungen. Zudem kann sie dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit von Behandlungen sowohl im Einzelfall als auch für das gesamte Gesundheitssystem zu erhöhen und Kosten zu sparen."

Eine stärkere Beteiligung der Patienten forderte auch Karen Pottkämper vom AQUA-Institut, das die Qualität im Gesundheitswesen erforscht. "Patienten werden zwar behandelt, aber sie werden viel zu selten gefragt“, sagte Pottkämper.



 
 
 
 
 
 
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