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23.03.15 / 08:26
Politik

Gröhes Aktionsplan gegen multiresistente Keime

Gesundheitsminister Gröhe (CDU) will nach einem Medienbericht mit einem Zehn-Punkte-Plan gegen die wachsende Gefährdung von Patienten durch multiresistente Krankenhauskeime vorgehen.



Der Gesundheitsminister hält als Präventionsmaßnahme auch für denkbar, dass sich Patienten vor planbaren Krankenhausaufenthalten künftig auf multiresistente Keime testen lassen müssen. Alexander Raths-Fotolia

Laut der "Süddeutschen Zeitung"  (SZ) geht aus einem internen Papier des Gesundheitsressorts hervor, dass in Deutschland pro Jahr 12.000 bis 15.000 Menschen in den Krankenhäusern sterben, weil sie sich dort mit einem Keim infizieren, gegen den keine Medizin hilft. Wie die SZ schreibt, sehen Gröhes Experten vom Robert Koch-Institut (RKI) Grund zur Eile, da "sich das Problem mit den resistenten Erregern in Zukunft noch verschärfen wird".

Dafür gebe es drei Gründe: Die Patienten werden laut RKI älter und damit anfälliger, die Zahl der komplizierten medizinischen Eingriffe nimmt zu und schließlich wird auch die Zahl der Erreger weiter ansteigen, bei denen herkömmliche Therapien nicht mehr anschlagen.

Kliniken müssen über Keimbelastung informieren

Vorgesehen ist nun unter anderem, die Meldepflichten beim Auftreten besonders gefährlicher Keime zu verschärfen. Die Kliniken sollen auch verpflichtet werden, regelmäßig Informationen über die Hygienestandards im Haus zu veröffentlichen und zwar in einer Sprache, die von den Patienten auch verstanden wird. Für die Ärzte und das Pflegepersonal im Krankenhaus aber auch in den Arztpraxen soll es verpflichtende Fortbildungen geben.

Darüber hinaus "müsse weiter untersucht und geprüft werden", so das Blatt, "ob die Patienten vor planbaren Krankenhausaufenthalten nicht einem verpflichtenden Test auf multiresistente Keime unterzogen werden müssten."

Auch international soll das Thema auf die Agenda

Bei seinen Bemühungen will Gröhe offenbar nicht nur national vorgehen. Da sich die resistenten Erreger weltweit verbreiteten, müssten sie auch weltweit bekämpft werden, zitiert das Blatt aus dem Papier. Darum werde sich Deutschland des Themas auch im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft annehmen, schreibt die SZ. Dabei gehe es auch darum, Instrumente zur Entwicklung neuer Antibiotika, diagnostische Tests und alternative Behandlungen international voranzubringen.


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