ck/pm
05.08.14 / 13:17
Politik

Haftpflichtprämie: Hebammen akzeptieren Angebot

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) nimmt das Angebot des GKV-Spitzenverbands zum Ausgleich der Haftpflichtprämien an. Das Angebot wurde um die gesetzlich festgelegten Zuschläge für Hebammen erweitert.



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Der DHV sieht nach eigener Aussage keine Alternative zu dem zunächst im Mai abgelehnten Angebot der Krankenkassen zum Ausgleich der Prämienerhöhung. Mittlerweile wurde die Vergütung der Beleghebammen im Schichtdienst nach oben korrigiert und insgesamt um einen Zuschlag ergänzt.

"Schneller Ausgleich ist wichtig für die Hebammen"

Die finanzielle Lage vieler freiberuflich tätiger Hebammen sei derzeit aufgrund der um 20 Prozent auf 5.091 Euro angestiegenen jährlichen Haftpflichtprämie sehr angespannt. "Ein schneller Ausgleich durch die Krankenkassen ist damit notwendig, um nicht weitere Hebammen aus dem Beruf zu drängen", heißt es seitens des Verbands, der deshalb auf das geplante Schiedsstellenverfahren verzichtet. Ein solches Verfahren würde die Ausgleichszahlungen für die Hebammen um mehrere Monate verzögern und deren finanzielle Belastung damit weiter verschärfen.

"Zuschläge helfen nur kurzfristig"

„Wir fordern jedoch weiterhin eine strukturelle Lösung der Haftpflichtproblematik. Die Zuschläge helfen nur kurzfristig. Wir brauchen aber eine Lösung, um die Versorgung mit Hebammenhilfe auch langfristig zu sichern und Frauen die im Sozialgesetzbuch garantierte Wahlfreiheit des Geburtsortes zu ermöglichen“, sagte Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes.

Im Moment tragen die Hebammen die Kosten der um 20 Prozent gestiegenen Haftpflichtprämie alleine. Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) hat das Angebot der Krankenkassen bereits in der vergangenen Woche angenommen.

Nicht alle profitieren von dem Ausgleich gleichermaßen

Nach wie vor profitieren laut DHV nicht alle Hebammen gleichermaßen von dem Kostenausgleich durch die Kassen. Weniger Geld erhalten demzufolge beispielsweise Beleghebammen, die im Schichtdienst arbeiten. Der Abschluss mit dem GKV-Spitzenverband gilt nun rückwirkend ab Juli 2014 für ein Jahr und wird im Juli 2015 vom Sicherstellungszuschlag abgelöst, der dann allen freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen zugute kommen soll. Die Schwangeren- und Wochenbettversorgung bliebe allerdings weiterhin ungesichert.

„Wir wollen bei den kommenden Verhandlungen zum Sicherstellungszuschlag deutliche Verbesserungen bei der Vergütung aller Hebammengruppen erreichen. Das ist unser Anliegen und dafür werden wir uns weiter einsetzen. Denn es geht um alle Hebammen“, so Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV.

Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit rund 18.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten.


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