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20.03.17 / 11:41
Politik

Masterplan Medizinstudium: Entscheidung ist vertagt

Die Kultusministerkonferenz hat ihre Entscheidung zum Masterplan Medizinstudium 2020 vertagt. Grund ist die immer noch nicht geklärte Finanzierung der Reform.



Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat ihre Entscheidung über den Masterplan Medizinstudium 2020 kurzfristig von der Agenda ihrer Tagung genommen. Die Länderkonferenz lehnte eine Zustimmung zum gegenwärtigen Zeitpunkt wegen der ungesicherten Finanzierung der Reform ab. Im Vorfeld hatte schon die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) angekündigt, wegen ungeklärter Finanzierungsfragen dem Plan nicht zustimmen zu wollen.

Belastbare Lösung zur Finanzierung gefordert

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die erfolgreiche Umsetzung des Masterplans nur durch ein belastbares Finanzierungskonzept von Bund und Ländern sowie durch die inhaltliche Einbeziehung der für die ärztliche Versorgung zuständigen Träger gelingen kann, kommentierte MFT-Präsident Heyo K. Kroemer dazu. Erst einmal müsse ein solches Finanzierungskonzept erstellt werden, bevor der Masterplan als Gesamtpaket verabschiedet werden kann.

Hochgradig irritierend ist für den Marburger Bund (MB), dass nach mehr als zwei Jahren Beratungen grundlegende Fragen der Finanzierung des Masterplans immer noch ungeklärt sind. Die Entscheidung der Kultusminister birgt aber auch eine Chance, wie der MB-Vorsitzende Rudolf Henke betont.  Anstatt finanzwirksame und gleichermaßen unsinnige Maßnahmen zu beschließen, die zu neuen Prüfungen am Ende des Studiums führen oder die bewährte Tertialstruktur des Praktischen Jahrs in Frage stellen, sollten die Länder sich endlich überlegen, wie sie die Studienplatzmisere lösen.

Studierende protestieren gegen "Tod einer echten Reform"

Die Medizinstudierenden wandten sich gegen die mangelnde Finanzierung. Sie protestierten mit einem Gedenkmarsch und einer symbolischen Kranzniederlegung vor dem Gebäude der KMK gegen den "Tod einer echten Reform". Eine echte Reform kann es nur mit gesicherten Mitteln geben, hieß es dazu bei der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.v. (bvmd).


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