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23.10.12 / 12:59
Politik

Präventionsgesetz: CSU will Diätpassus

CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer will in das Präventionsgesetz der Koalition einen Passus einbringen, der den Deutschen das Abnehmen erleichtert.



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Wenn man das Adipositasproblem ignoriert, stehe das Gesundheitssystem in zehn bis 20 Jahren vor dem Kollaps, ausgelöst durch zu viele zu dicke Menschen. "Der Anstieg der Dickleibigkeit in den letzten Jahren ist beängstigend“, sagte Singhammer der "Süddeutschen Zeitung".

In internationalen Vergleichen zählen die Deutschen zu den Dicksten. Laut Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGSI) bringen unter den 18 bis 79jährigen 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen zu viele Pfunde auf die Waage. Diese Zahl ist seit Jahren mehr oder weniger stabil.

Männliche Schlachtschiffe

Anlass zu größerer Sorge ist indes, dass 23,3 Prozent der Männer und 23,9 Prozent der Frauen krankhaft fettleibig sind. Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 1998 werden mit einem Anstieg von 4,4 Punkten vor allem die Männer zu Schwergewichten. 

Adipös gleich unglücklich

"Mit der Dickleibigkeit ist häufig ein großes persönliches Unglück verbunden“, zitiert das Blatt Singhammer, "es entstehen aber auch hohe Kosten für die Allgemeinheit.“ Er verwies auf Berechnungen, die eine Kostenexplosion im Gesundheitssystem prognostizieren falls die Zahl der adipösen Menschen weiterhin im bekannten Ausmaß und mit unverminderter Geschwindigkeit zunehme. 

Die derzeitig gute Finanzlage bei den Kassen und im Gesundheitsfonds will Singhammer deshalb nutzen, um gegen die Dickleibigkeit vorzugehen. „Das Verfassen von Papieren und gutes Reden reicht nicht aus. Wir müssen auch Geld in die Hand nehmen“, argumentierte der Abgeordnete. „Das kann schon eine höhere Summe im dreistelligen Millionenbereich sein.“ 

Geringerer Beitrag durch Abspecken

Im Präventionsgesetz soll deshalb nach seinen Vorstellungen eine Regelung enthalten sein, die durch Anreizprogramme gezieltes Abnehmen und gesündere Ernährung förderten. Er könne sich vorstellen, als Belohnung für eine erfolgreiche Diät eine Beitragsminderung bei der Krankenkasse in Aussicht gestellt zu bekommen. "Selbstverständlich muss das unter Aufsicht eines Arztes geschehen“, sagte Singhammer.

Zahnmedizinische Prophylaxe als Vorbild

Der Mediziner könne dann auch die Instanz sein, der den Erfolg der Therapie messe. So wie die Zahnärzte für die Zahnprophylaxe von der Kasse Honorar erhielten, sollten Singhammer zufolge die Adipositas-Vorbeugung ebenfalls vergütet werden. 



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