ck/pm
31.10.12 / 13:49
Politik

Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit wird weiter aufgearbeitet

Das BMG, die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben zum vierten Mal einen Preis für Arbeiten zur Geschichte der Ärzte während der NS-Diktatur ausgeschrieben.



Ärzte haben in der Zeit des Nationalsozialismus aktiv an der systematischen Ermordung von Kranken mitgewirkt und sich schwerwiegender Verbrechen schuldig gemacht, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Bedeutung der Ärzte noch nicht vollständig erfasst

Doch auch wenn die Mitschuld der Ärzte an den Verbrechen der NS-Gewaltherrschaft im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte wissenschaftlich untersucht wurde, sei die Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus bei weitem nicht ausreichend aufgearbeitet worden.

Schicksal jüdischer Ärzte und Ärztinnen

Bei der letzten Ausschreibungsrunde waren die Juroren insbesondere von Arbeiten beeindruckt, die sich mit dem Schicksal jüdischer Ärztinnen und Ärzte auseinandersetzt hatten. So ging der Preis unter anderem an Susanne Rueß. In ihrer Dissertation beschrieb sie anhand von Einzelschicksalen das an jüdischen Ärzten begangene Unrecht in der NS-Diktatur.

Strukturen der Verfolgung

In zwei aus einem Forschungsprojekt von Rebecca Schwoch entstandenen Monografien wurden die Strukturen der Verfolgung jüdischer niedergelassener Ärzte sowie die Kontinuitäten und Brüche im Denken und Handeln der organisierten Ärzteschaft in Berlin dargestellt.

In der prämierten Lokalstudie von Anna von Villiez zum Schicksal jüdischer Ärzte in Hamburg wurden sowohl niedergelassene als auch im Krankenhaus tätige Ärzte berücksichtigt.

Ausgrenzung jüdischer Mediziner

Mit einem Sonderpreis zeichneten die Juroren das beispielhafte Bemühen von Hansjörg Ebell zum 70. Jahrestag des Approbationsentzugs aller jüdischen Ärztinnen und Ärzte aus, die Erinnerung an deren Ausgrenzung mit einem Ausstellungsprojekt wach zu halten.



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