ck
30.01.13 / 15:49
Praxis

Die Praxis-Homepage - mehr als eine Visitenkarte

Eine eigene Praxis-Homepage ist Standard. Überraschenderweise sind 2012 offenbar weniger Ärzte im Internet präsent als 2008. Das ist ein Ergebnis der Bertelsmann-Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2012".



Fotolia.com

Eine eigene Homepage zu haben, ist heutzutage Usus - auch für Ärzte. Doch bejahten 2012 weniger Mediziner diese Frage (52,5 Prozent) als noch in 2008 (54 Prozent). Ein Grund dafür könnte den Autoren zufolge sein, dass vor ein paar Jahren noch sogenannte Visitenkarten, also eine Homepage mit dem Umfang lediglich einer Bildschirmseite, verbreitet waren: "Diese Internet-Visitenkarten waren schon in 2008 eher veraltet, vermutlich gibt es diese in 2012 nur noch in ganz geringem Umfang."

Top-Instrument für Praxismarketing

Auf die Frage, warum die Ärzte keine Homepage haben, meinten über 50 Prozent, dass sie keine Werbung nötig hätten. 25,4 Prozent geben keine Gründe dafür an. 22 Prozent sind der Meinung, dass die Erstellung und Pflege einer Praxis-Homepage zu teuer sei, und 19,8 Prozent, dass eine Homepage nur zu unnützen Anfragen führen könne. Neben dem Praxispersonal und der klassischen Visitenkarte ist das Web aber eines der drei wichtigsten Instrumente des Praxismarketings

Ohne Not rechtliche Bedenken

Fast ein Viertel der Ärzte sieht zu viele rechtliche Unsicherheiten bei der Erstellung und Pflege einer eigenen Praxis-Site (22,6 Prozent). Dies zeige, dass die Ärzte sich durchaus darüber im Klaren sind, dass eine Reihe von Normen und Maßgaben einzuhalten sind - von dem Vorhandensein eines Impressums bis zu den differenzierten Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes.

Fragt man allerdings die Ärzte mit Praxis-Homepage, ob sie in der Vergangenheit bereits eine Abmahnung wegen eines mutmaßlichen Rechtsverstoßes in der Darstellung der Homepage erhalten haben, so antworten freilich über 90 Prozent mit nein. Nur 8,7 Prozent der Befragten wurden einmal für ihre Homepage abgemahnt, 0,5 Prozent mehrfach.

Neun von zehn Medizinern haben also bislang keine rechtlichen Schwierigkeiten aufgrund ihrer Homepage gehabt. Da liegt es nahe zu fragen, ob die Ärzte bei der Erstellung der Homepage Unterstützung in Bezug auf die Rechtssicherheit erhalten haben.

Unterstützung für den großen Auftritt

Über die Hälfte der Befragten gab an, solche Hilfe gehabt zu haben - sei es von einem Anwalt, der Ärztekammer oder von der Agentur, die die Seiten gefertigt hat. Fast ein Drittel der Ärzte antwortete, dass sie in Bezug auf die Rechtssicherheit ihrer Homepage keine Hilfe benötigen. Rund zehn Prozent würden sich allerdings Unterstützung in diesem Bereich wünschen.

Insgesamt überrascht die Stagnation in der Entwicklung einer eigenen Homepage: Die Zahl qualifizierter Anbieter ist hoch, die Kosten sind vergleichsweise niedrig und letztlich kann ein Verweis auf rechtliche Gründe vielfach auch als ein Ausdruck von Unwillen gegenüber dem Medium "Internet“ interpretiert werden.

Die Autoren vermuten, dass im Detail Arztgruppen abgegrenzt werden können, die spezifische Einstellungen, Vorlieben und Ziele haben, die sich wiederum auf ihre Art der Nutzung des Internets auswirken.

Für diesen Teil der Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2012" der Stiftung Gesundheit (Bertelsmann Stiftung) befragte die Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse (GGMA) online deutschlandweit 799 Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychotherapeuten.


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt