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15.01.16 / 15:11
Praxis

Dürfen Ärzte vor Patienten weinen?

Über die Hälfte der Ärztinnen und ein Viertel der Ärzte tun es. Aber ist es professionell, in Gegenwart von Patienten zu weinen? Niederländische Forscher fragten Mediziner - die gaben überraschende Antworten.




Ärzte haben beruflich regelmäßig mit dem Leiden ihrer Patienten und Angehörigen zu tun. Gute und schlechte Nachrichten zu überbringen, ist Teil ihrer täglichen Arbeit. Dies kann von starken Emotionen - seitens der Patienten wie der Ärzte - begleitet werden. Darüber hinaus erleben Mediziner in ihrem Job starke positive Gefühle, wenn sie eine Behandlung erfolgreich durchführen. Aber eben auch Trauer und Frustration, wenn sie dabei scheitern. Diese Gefühle können zur einer sehr spezifischen physischen, emotionalen Reaktion führen: weinen. Ist es unethisch, in Gegenwart von einem Patienten zu weinen? Unprofessionell? Oder ein Zeichen von Empathie und Engagement?

Wir haben 776 niederländische Ärzte befragt, darunter Hausärzte, Ärzte in der Diagnostik, Chirurgen und Psychologen, Gynäkologen und Kinderärzte. Die Mediziner sollten dazu einen Online-Fragebogen ausfüllen. 

Mitgefühl 

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass mehr als die Hälfte der Ärztinnen und ein Viertel der Ärzte im vergangenen Jahr mindestens einmal auf der Arbeit geweint haben. Ein Viertel während eines Patientenkontakts.

Was aber halten Ärzte davon, wenn sie oder Kollegen am Arbeitsplatz heulen? Letztlich sind sie sich uneins darüber, wie ihre Emotionen am Arbeitsplatz und in Anwesenheit des Patienten zu bewerten sind. So finden einige, die Ärzte sollten ihre Emotionen ruhig als ein Zeichen des Mitgefühls zulassen. Andere halten es für eine unangemessene Belastung für den Patienten, sich so zu zeigen.


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