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25.03.13 / 13:28
Praxis

Factoring gewinnt durch Zahnärzte

Fatcoring gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Insbesondere Ärzte und Zahnärzte übertragen ihre Forderungen an Patienten oft Unternehmen.



Um 20 Prozent stieg 2012 der Aufkauf von Forderungen an Endkunden - vor allem Ansprüche von Ärzten und insbesondere von Zahnärzten an deren Patienten. DAK Gesundheit

Die Zahl der Unternehmen, die ihre Forderungen gegenüber Kunden an ein Factoring-Unternehmen verkaufen, stieg 2012 von 14.600 auf 17.100. Das Volumen der verkauften Forderungen stagniert aber mit 157 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres, berichtet die FAZ.

Die Tendenz, dass Factoring in Deutschland eine Finanzierungsform für kleine Unternehmen ist, leitet Alexander Moseschus, Geschäftsführer des Deutschen Factoring-Verbandes, daraus aber nicht ab. Man habe auch jene Unternehmen gehalten, die in den Krisenjahren 2009 und 2010 aus akuter Geldnot die eine oder andere Forderung verkauft hätten, sagte er der Zeitung. Vorstandssprecher Joachim Secker ergänzt allerdings, dass das Gros der Kunden das gesamte Forderungsmanagement einer Factoring-Firma überließen.

Geschäft mit Forderungen an Endkunden nimmt zu

Factoring wird hauptsächlich im Geschäft von Unternehmen untereinander betrieben. Am meisten nahm im vergangenen Jahr aber der Aufkauf von Forderungen an Endkunden zu, um 20 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das sind laut Verband vor allem Forderungen von Ärzten und insbesondere von Zahnärzten an deren Patienten.

Wie die FAZ berichtet, sind neben zahlreichen hersteller- und bankennahen Factoring-Betrieben auch die Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG und die EOS Health Honorarmanagement AG Mitglied im Factoring-Verband.

In Deutschland mache Factoring knapp sechs Prozent der gesamten Wirtschaftsfinanzierung aus. Dass nicht mehr Unternehmen diese Form der Finanzierung nutzen, liegt nach Seckers Worten auch an der guten Zahlungsmoral deutscher Unternehmen.

Gute Zahlungsmoral in Deutschland

Die Forderungslaufzeit der erworbenen Forderungen habe sich im abgelaufenen Jahr zwar leicht auf 41,4 Tage erhöht. Rechne man aber die Forderungen gegenüber ausländischen Schuldnern heraus, liege sie gegenüber deutschen Schuldnern bei knapp unter 40 Tagen. Das sei im internationalen Vergleich sehr kurz und bedeute, dass deutsche Schuldner ihre Außenstände schnell beglichen. Das zeige laut FAZ auch, dass deutsche Unternehmen keine Zahlungsschwierigkeiten haben. 

Für das laufende Jahr erwartet der Verband dem Blatt zufolge eine weitere Bereinigung der Branche. Im Verband sind zwar knapp 30 Unternehmen organisiert. "Aber die sechs größten Factoring-Institute teilen sich knapp 90 Prozent des Marktes", wird Secker zitiert. Diese Tendenz werde eher zunehmen trotz insgesamt guter Aussichten für die Branche. Vor allem verschärfte Eigenkapitalvorschriften für die Banken könnten Factoring attraktiver für solche Unternehmen machen, die schwieriger an Bankkredite kommen. 


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