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21.03.16 / 13:33
Praxis

Personalsuche (1): Von der Idee zur Stellenanzeige

Wer eine Position neu besetzen will, sollte sich über seine Erwartungen im Klaren sein - und das Procedere von der Stellenbeschreibung bis zum Vorstellungsgespräch systematisch angehen. Alexander Bongartz verrät, wie man den Richtigen findet.



Die Assistenz bleibt die Assistenz? Nein, das Stellenprofil kann sich im Laufe der Personalsuche durchaus verändern und entwickeln. [M]_zm-© grgroup - Fotolia

Herr Bongartz, wie bewertet man das Profil eines neuen Mitarbeiters?

Alexander Bongartz: Um die Suche nach einem neuen Mitarbeiter von Anfang an effizient und erfolgreich zu gestalten, ist es wichtig, dass der Arbeitgeber die Aufgaben und die Rolle des neuen Kollegen in der Praxis sehr detailliert durchgeht. Dafür sollte er auch ruhig einmal schriftlich festhalten, was die Person können und welche Eigenschaften sie besitzen muss – aber auch bei welchen vielleicht erstmal nur das Potenzial vorhanden sein sollte, um durch Fortbildungen die gewünschten Fähigkeiten zu erreichen.

Es ist eigentlich sehr einfach, wird aber doch eher selten so systematisch praktiziert. Dabei zeigt sich bei diesem Vorgehen häufig, dass vermeintliche erste Vorstellungen gar nicht unbedingt die richtigen sind. Wir sehen immer wieder, dass sich ein Profil im Laufe einer Personalsuche verändert oder dass im Laufe der Suche immer mehr Erwartungen deutlich werden. Im Vergleich zu früher erleben wir übrigens immer häufiger, dass Soft Skills an Bedeutung gewinnen und es nicht nur um fachliche Qualifikationen geht.

Was sollte die Arbeitsplatzbeschreibung alles umfassen?

Eine detaillierte Arbeitsplatzbeschreibung ersetzt kein Probearbeiten, erhöht aber die Chance auf einen erfolgreichen Rekrutierungsprozess. Sinnvoll ist es unseres Erachtens, wenn man dem Bewerber frühzeitig einen Eindruck vermitteln kann, wie ein „normaler Tag“ und eine „normale Woche“ in der Praxis aussehen.

Hilfreich ist ebenfalls eine genaue Beschreibung der Praxis und ihrer Situation. Wer sind beispielsweise die Patienten, muss sich die Praxis um weitere Patienten bemühen oder nicht? Ist der neue Kollege in die Führung eines Teams eingebunden? Wie ist dieses Team besetzt? Verfügt die Praxis über einen Praxismanager?

Für die Bewerber sind neben dem Alltag häufig die Entwicklungsmöglichkeiten in einer Praxis und die langfristigen Perspektiven mit ausschlaggebend für die Entscheidung. Erst wenn alle Parteien die Erwartungen und Vorstellungen des Gegenübers kennen, können diese in Einklang gebracht werden und der Einstellungsprozess ist erfolgreich - Kommunikation ist also alles!

Wie formuliere ich die Anzeige so, dass sich die Richtigen bewerben?

Häufig ist ja das Problem, dass sich überhaupt qualifizierte Kandidaten bewerben... Generell ist es natürlich sinnvoll, sich in „die Richtigen“ hineinzuversetzen und sich zu fragen, was ihnen wichtig ist und welche Vorteile die Praxis ihnen bieten kann. Handelt es sich beispielsweise um die Suche nach einem Nachfolger oder jüngeren Bewerbern wie Assistenzzahnärzten oder Auszubildenden, kann es sicher nicht schaden, zum Beispiel eine moderne Praxisausstattung zu betonen und auch auf die moderne Webseite zu verweisen.

Bei einer überregionalen Personalsuche spielt die Region, in der die Praxis sich befindet, für viele Bewerber eine wichtige Rolle. Daher weisen wir teilweise auch auf die Attraktivität des jeweiligen Standorts hin.
Darüber hinaus sollten natürlich auch die fachlichen Erwartungen an eine Stelle und deren Tätigkeitsschwerpunkte sowie die Bereitschaft zur Förderung von Weiterbildungen kommuniziert werden.

Wo gibt man sein Gesuch heute auf: Print oder Online?

Das kommt darauf an. Das Schöne ist, dass man sich bei den etablierten Medien häufig ja gar nicht mehr entscheiden muss, weil Print und Online gekoppelt sind. Dass man einen Zahnarzt über lokale Print-Anzeigen findet, ist mittlerweile wohl eher die absolute Ausnahme, zumindest haben wir lange nicht mehr davon gehört.

Für medizinisches Fachpersonal hingegen ist dies in vielen Regionen noch eine relevante Möglichkeit. Bei der Suche nach einem Zahnarzt kombinieren wir nach Möglichkeit Print und Online, auch wenn das manchmal mehr Zeit und Geld kostet. Wir selbst kreieren zudem auch noch diverse Onlinemarketing-Kampagnen, allerdings lohnt sich das wohl nur, wenn man wirklich sehr viele Stellen zu besetzen hat.

Welche Stellenbörsen empfehlen sich für die Suche von Zahnärzten und Fachpersonal?

Für Zahnärzte sind die Blätter der Kammern und KZVen sicher die Stellenbörsen mit der mit Abstand höchsten Reichweite und Erfolgswahrscheinlichkeit. Für medizinisches Fachpersonal eignen sich in einigen Regionen vielleicht die lokalen Medien, ansonsten aber auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, auch wenn dieser Kanal natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden ist.

Alexander Bongartz ist Geschäftsführer vom Deutschen Zahnarzt Service. Der Personaldienstleister vermittelt deutschlandweit Zahnärzte und Praxispersonal. DZS


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