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23.03.16 / 10:56
Praxis

Personalsuche (2): Von der Anzeige zum Gespräch

Klar, die Chemie muss stimmen. Aber auch der Bezug zur Region kann ein Zeichen dafür sein, dass ein Bewerber der richtige Kandidat für die Praxis ist, meint Alexander Bongartz vom Deutschen Zahnarzt Service.



Generell sollte man möglichst mehrere Bewerber zum Kennenlernen einladen. Bei der Auswahl selbst sollte es dann aber schon flott gehen, denn gute Kandidaten sind begehrt und erhalten oft mehrere Angebote. Maksim_Kabakou-Fotolia

Nach welchen Kriterien wählt man den Kandidaten fürs Vorstellungsgespräch aus?

Alexander Bongartz: Die Kriterien sollten ja  bereits von der Praxis festgelegt worden sein, das heißt: Es gibt eine Vorstellung, über welche fachlichen Qualifikationen oder persönlichen und sozialen Eigenschaften er verfügen muss. Diese kann man gegebenenfalls noch gewichten.

Wir haben zudem die Erfahrung gemacht, dass für eine langfristig erfolgreiche Einstellung ein weiterer Aspekt oftmals ausschlaggebend ist: Der Bezug zur Region. Wenn es auch abseits der Praxis Gründe gibt, warum der Bewerber in dieser Region arbeiten möchte, ist er auch bereit, sich langfristig zu binden.

Natürlich entscheidet auch immer noch das Bauchgefühl mit, denn wenn die Chemie zwischen Arbeitgeber und Bewerber nicht stimmt, kann auch die Zusammenarbeit nicht erfolgreich sein.

Generell sollte man sich bei der Personalsuche die Zeit nehmen und möglichst mehrere aussichtsreiche Bewerber zum persönlichen Kennenlernen einladen. Bei der Auswahl selbst muss es dann aber schon schnell gehen, schließlich sind gute Kandidaten begehrt und bekommen oft Angebote von mehreren Praxen.

Wie schreibt man das Einladungsschreiben professionell?

Ehrlich gesagt glaube ich, dass dieses Schreiben mittlerweile überholt ist. Zumindest bei den Zahnärzten ist es üblich, dass zuerst ein telefonisches Gespräch zum ersten Kennenlernen geführt wird, in dem dann gegebenenfalls ein Termin zum Vorstellungsgespräch vereinbart wird. Auch beim medizinischen Fachpersonal ist ein kurzes Telefonat mit geeignet erscheinenden Bewerbern sinnvoll. Zum einen kann die Praxis dadurch den Bewerbern ihr Interesse signalisieren, andererseits bekommt man einen wertvollen ersten Eindruck von den Bewerbern. Nach der telefonischen Terminvereinbarung empfehlen wir, dann aber doch auch eine kurze E-Mail zu senden, in der die zentralen Daten des vereinbarten Gesprächs festgehalten werden.

Sollte man am Tag des Gesprächs noch eine freundliche SMS schreiben?

Vielleicht lieber zwei Tage vorher eine E-Mail. Das wirkt nicht so aufdringlich wie eine SMS am selben Tag und hat trotzdem den erwünschten freundlichen Effekt. 

Und wie sagt man einem Kandidaten professionell ab?

Darüber gibt es vermutlich reihenweise Ratgeber-Bücher. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man die Richtlinien des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes einhält. Trotzdem sollte man dem Bewerber freundlich und wertschätzend seine Entscheidung mitteilen.

Unsere Erfahrung zeigt leider auch, dass es heutzutage immer häufiger vorkommt, dass die Kommunikation einfach abgebrochen wird und eine offizielle Absage gar nicht wirklich stattfindet. Auch wenn man sich gegen einen Kandidaten entscheidet, sollte die Absage in jedem Fall persönlich mitgeteilt werden. Das zeigt zum einen die nötige Wertschätzung für das Engagement eines Kandidaten und zum anderen erhält man sich als Praxis die Chance, in Zukunft doch nochmal über eine Zusammenarbeit zu sprechen.

Alexander Bongartz ist Geschäftsführer vom Deutschen Zahnarzt Service. Der Personaldienstleister vermittelt deutschlandweit Zahnärzte und Praxispersonal DZS



 
 


 


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