ck/pm
13.11.14 / 13:12
Praxis

"Viele Azubis fühlen sich überfordert"

Die Berufe MFA und ZFA spielten eine zunehmend größere Rolle im Gesundheitswesen. Die gute Ausbildung des Nachwuchses müsse deshalb ein vorrangiges Ziel sein, sagte die Vizepräsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe (VmF), Gabriele Leybold, mit Blick auf den DGB-Ausbildungsreport.



Der Beruf der ZFA hat Zukunft. Eine solide Ausbildung ist die Basis. Geber86_iStockphoto.com

Mit Verweis auf das schlechte Abschneiden der Berufe MFA und ZFA in dem Report forderte sie mehr Engagement in der Ausbildung. Hintergrund: Der DGB konstatierte in seinem Report, dass sich mit über 17 Prozent die ZFA-Azubis wie schon im Vorjahr am häufigsten überfordert fühlten. Was die persönliche Bewertung der Ausbildungsqualität betrifft, rangiere der Beruf auf den letzten Plätzen. Insbesondere Ausbildungszeit und Überstunden würden kritisiert.

"Das widerspricht dem Grundgedanken der Ausbildung."

Leybold sieht großes Verbesserungspotenzial: „In Kleinbetrieben wie Arzt-, Zahnarzt- und Tierarztpraxen sind Auszubildende begehrte Vollzeitkräfte. Viele möchten die jungen Menschen so schnell wie möglich vollständig in den normalen Praxisablauf integrieren. Das widerspricht aber dem Grundgedanken der Ausbildung. So kann beispielsweise eine 16-jährige Auszubildende nach sechs Wochen nicht die Arbeit einer ausgebildeten Kollegin übernehmen, auch wenn es der jungen Frau vielleicht schmeichelt.“

"Ausbildung funktioniere nicht nebenbei!"

Die Grundlagen einer guten Ausbildung würden jeden Tag in den Praxen gelegt. „Wer in der Praxis ausbildet, muss nicht nur über die notwendigen Kompetenzen, sondern auch die entsprechende Zeit verfügen." Ausbildung funktioniere nicht nebenbei. Leybold: "Betriebliche Ausbildungspläne sind wichtige Dokumente, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Nur so können wir dafür sorgen, dass Patientensicherheit gewährleistet wird und unsere Auszubildenden später die Aufgaben erfüllen, die ihnen die Gesellschaft stellt.“

Der Verband medizinischer Fachberufe e.V. wurde 1963 als Berufsverband der Arzthelferinnen (BdA) gegründet und vertritt als Gewerkschaft seit 1980 auch die Interessen der Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen. Seit dem 6. Juni 2006 trägt der ehemalige BdA den Namen Verband medizinischer Fachberufe e.V. Mit der Satzungsänderung 2010 können auch angestellte Zahntechniker/innen den Verband beitreten. Im DGB-Ausbildungsreport werden nur die 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe erfasst. Darunter MFA und ZFA. Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) gehören nicht dazu.


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