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08.06.17 / 13:13
Praxis

ZE: Zahnarzt- und Zahntechnikkosten im Vergleich

Der durchschnittliche Anteil der Material- und Laborkosten am Gesamtpreis liegt in Deutschland mit 61,3 Prozent mehr als zehn Prozentpunkte über dem der europäischen Nachbarn (50,7 Prozent). Das zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) zur zahnärztlichen und zahntechnischen Vergütung beim Zahnersatz.




Material und Methoden

27 zahnärztlichen Behandlungsanlässe in 11 bis 15 Therapieschritten

Für den länderübergreifenden Vergleich des zahnmedizinischen Leistungsrahmens wurden ausgewählte zahnmedizinische Behandlungsanlässe über detaillierte konsentierte Therapieschrittlisten definiert und den Gebührenpositionen der nationalen Honorarverzeichnisse zugeordnet. Abgebildet wurde der aktuelle Leistungsinhalt von insgesamt 27 zahnärztlichen Behandlungsanlässen in Form von 11 bis 15 Therapieschritten.

5 konkrete gängige Versorgungen aus der Zahnprothetik

Als Preis einer standardisierten zahnärztlichen Leistung wurde die Summe aus zahnärztlichem Honorar und zahntechnischen Material- und Laborkosten definiert. Ausgangspunkt des Preisvergleichs waren fünf konkrete gängige Versorgungen aus dem Bereich der Zahnprothetik:

  1. Verblendete Krone auf Zahn 21 (Werkstoff für das Gerüst: Gold; Werkstoff für die Verblendung: Keramik);
  2. Implantatsetzung regio 11 (enossales pfostenförmiges Schraubenimplantat; Werkstoff: Titan; Spätimplantation, zweiphasig einheilend);
  3. Vollverblendete Brücke von Zahn 45 bis Zahn 47 (zum Ersatz des Zahns 46) (Werkstoff für das Gerüst: Gold; Werkstoff für die Verblendung: Keramik);
  4. Modellgussprothese (Ersatz der Zähne 36, 32, 31, 41, 42, 44, 45 und 46);
  5. Totalprothetische Versorgung im Ober- und Unterkiefer.

Bezugspunkt: ein GKV-Patient mit durchschnittlichem Befund

Bezugspunkt der beschriebenen zahnmedizinischen Behandlungsanlässe war jeweils ein gesetzlich versicherter erwachsener Patient mit durchschnittlichem oralen Befund, das heißt, es wurde davon ausgegangen, dass bei der Leistungserbringung keine erschwerten Bedingungen vorliegen.

5 Länder im Vergleich: Dänemark, Deutschland, Niederlande, Schweiz und Ungarn

Für den Preisvergleich werden Preisangaben zu den obigen zahnprothetischen Versorgungen aus Dänemark (DK), Deutschland (DE), Niederlande (NL), Schweiz (CH) und Ungarn (HU) zugrunde gelegt. Preisinformationen aus weiteren europäischen Nachbarländern wie Frankreich und Großbritannien, die keine Differenzierung zwischen zahnärztlicher und zahntechnischer Leistung ermöglichen, blieben unberücksichtigt. Beispielsweise werden zahnärztliche Leistungen in England nur über drei Komplexpauschalen, - sogenannten UDAs (Units of Dental Activity) - abgerechnet, die aus Patientensicht kaum für Preistransparenz sorgen.

Mit der Auswahl werden auch unterschiedliche Gesundheitssysteme berücksichtigt: das sozialversicherungsdominierte und beitragsfinanzierte Bismarck-System (Deutschland und die Niederlande), das staatlich ausgerichtete und steuerfinanzierte Beveridge-System (Dänemark) und mit Ungarn zudem ein ehemals sozialistisch geprägtes Gesundheitssystem (Semashko-Modell). Die Schweiz gilt als Beispiel für eine weitestgehend privatzahnärztliche Versorgung.

Die Datenerhebung erfolgte 2013 anhand länderspezifischer Fragebögen und anschließender vertiefender persönlicher Interviews von zahnmedizinischen Experten, die in der Regel von den jeweiligen nationalen zahnärztlichen Standesorganisationen benannt worden waren.


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