sp
12.03.15 / 13:28
Zahnmedizin

Alles Gute, Zahnmännchen!

Seit 30 Jahren kennen Kinder und Eltern das Zahnmännchen: Der Zahn, der von einem Schirm geschützt wird, steht für zahnfreundliche Süßwaren. Wir sprachen mit Hedi von Bergh, Leiterin der Geschäftsstelle der Aktion zahnfreundlich.




zm-online: Die Aktion zahnfreundlich wird 30 Jahre alt. Wer hatte die Idee dazu?

Hedi von Bergh: Der Anstoß dazu kam aus der Schweiz. 1982 gründete Prof. Bernhard Guggenheim von der Universität Zürich die Schweizer Aktion zahnfreundlich. Da war unser Logo - das Zahnmännchen - übrigens schon ein Jahr alt. Im Rahmen eines Wettbewerbs zwischen den Schweizer Universitäten wurde es von Studenten der Uni Zürich kreiert. 1985, exakt am 16. September, startete die Aktion zahnfreundlich in Deutschland. Der gemeinnützig arbeitende Verein wurde im Zahnärztehaus in Köln gegründet.

Wer waren die Gründungsmitglieder?

Initiator und Gründungsvater war Friedrich Römer. Dem PR-Fachmann und Fachjournalisten gelang es gemeinsam mit Prof. Dr. Friedrich Gehring aus Würzburg, 20 Zahnmediziner, Ernährungsfachleute, Marketingspezialisten aus der Zuckerersatzstoff- und Süßstoff-Industrie zu überzeugen, die Aktion zahnfreundlich ins Leben zu rufen. Ihr 1. Vorsitzender wurde Prof. Klaus Bößmann aus Kiel, der die Aktion dann bis zum Jahrtausendwechsel leitete.

Zu seinem Stellvertreter wählte der Verein Dr. Peter Boehme (Bremen) vom damaligen BDZ, der heutigen Bundeszahnärztekammer, und die Vorstandsmitglieder Dr. Heinz-Joachim Fichtner, Neuss (BZÖG) sowie Prof. Gehring. Aus der Industrie wurden je zwei Vertreter der Rohstoffhersteller Hoffmann La Roche und Merck sowie aus der verarbeitenden Industrie Diedenhofen und Vivil bestimmt.  

Aus Dankbarkeit und Respekt hat die Aktion zahnfreundlich übrigens ihrem Gründer Friedrich Römer eine Ehrenmedaille gewidmet. Damit werden Menschen ausgezeichnet, die sich besonders verdient um die Prophylaxe gemacht haben. Sie wurde 2005 zum ersten Mal verliehen - an ihren Namensgeber.  Der diesjährige Preisträger ist Prof. Dr. Norbert Krämer.

Wie lauteten damals die Ziele?

Prävention durch Substitution. Da die Kariesrate in den 1980er Jahren noch exorbitant hoch war, sollten die Verbraucher nicht nur über die Rolle des Zuckers bei der Kariesentstehung aufgeklärt, sondern ihnen für die zahnschädigenden Lebensmittel - vor allem Süßigkeiten - auch unschädliche Alternativen angeboten werden. Zur Unterstützung der Aufklärungsarbeit und als klares Erkennungszeichen dafür, welche Produkte „kariogen“ wirken und welche „zahnfreundlich“ sind, wurde von Anfang an das Zahnmännchen eingesetzt.   


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können
Werblicher Inhalt