Gerd Göstemeyer, Aline Reiner, Uwe Blunck
02.04.15 / 13:04
Zahnmedizin

Best Practice der Adhäsivsysteme - Teil 1

Dentale Adhäsivsysteme können je nach Anwendungsverfahren in zwei Gruppen unterteilt werden: Etch&Rinse- und selbstätzende Systeme. Gerd Göstemeyer, Aline Reiner und Uwe Blunck zeigen die Best Practice in unserer vierteiligen Bilderstrecke. Teil 1: Mehr-Flaschen-Etch&Rinse-Systeme.




Dentale Adhäsivsysteme können nach Anwendungsverfahren in zwei Gruppen unterteilt werden: Etch&Rinse- und selbstätzende Systeme. Vor der Applikation eines Etch&Rinse-Systems ist es notwendig, die Kavität mit Phosphorsäure zu konditionieren. Dabei wird die Säure meistens in Form eines Gels auf die Zahnoberfläche aufgetragen (Etch) und nach einer gewissen Einwirkzeit abgespült (Rinse). Auf die so konditionierte Zahnoberfläche wird das Adhäsivsystem aufgetragen, das aus einer (Ein-Flaschen-Etch&Rinse-System) oder mehreren Komponenten (Mehr-Flaschen-Etch&Rinse-System) bestehen kann.

Bei selbstätzenden Adhäsivsystemen ist eine separate Ätzung nicht zwingend erforderlich. Die Konditionierung geschieht hier mithilfe von sauren Monomer-Lösungen, die bereits im Adhäsivsystem enthalten sind. Es ist jedoch empfehlenswert, vor dem Auftragen eines selbstätzenden Adhäsivs die Schmelzanteile der Kavität mit Phosphorsäure zu konditionieren. Diese Vorgehensweise trägt zu einer Verbesserung des Haftverbundes zum Schmelz bei. Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen können Primer und Adhäsiv getrennt (selbstätzende Adhäsive mit Zwei-Schritt-Applikation) oder als Gemisch vorliegen (All-in-one-Adhäsive). Eine Neuentwicklung auf dem Gebiet der Adhäsivsysteme stellen die Universal-Adhäsive dar. Diese lassen sich sowohl in der Etch&Rinse-Technik als auch als selbstätzendes Adhäsiv einsetzen.

Mehr-Flaschen Etch&Rinse-Systeme

Studien weisen darauf hin, dass Etch&Rinse-Systeme bei korrekter Anwendung eine bessere Haftung und ein besseres Randschlussverhalten zum Schmelz im Vergleich zu selbstätzenden Adhäsivsystemen aufweisen. Um einen optimalen Verbund zu erzielen, sind jedoch mehrere Arbeitsschritte erforderlich, die präzise ausgeführt werden müssen. Daher weisen Etch&Rinse-Systeme auch eine höhere Fehleranfälligkeit auf. Wir zeigen anhand eines Beispiels, wie man ein Zwei-Flaschen-Etch&Rinse-System richtig anwendet.


Dr. Gerd Göstemeyer
Dr. Uwe Blunck
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CharitéCentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin
Aßmannshauser Str. 4-6
14197 Berlin-Wilmersdorf
Gerd.Goestemeyer@charite.de
ublunck@charite.de


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