Gerd Göstemeyer, Aline Reiner, Uwe Blunck
14.04.15 / 07:00
Zahnmedizin

Best Practice der Adhäsivsysteme - Teil 3

Dentale Adhäsivsysteme können je nach Anwendungsverfahren in zwei Gruppen unterteilt werden: Etch&Rinse- und selbstätzende Systeme. Gerd Göstemeyer, Aline Reiner und Uwe Blunck zeigen die Best Practice in unserer vierteiligen Bilderstrecke. Teil 3: die SE Zwei-Schritt-Applikation.




Dentale Adhäsivsysteme können nach Anwendungsverfahren in zwei Gruppen unterteilt werden: Etch&Rinse- und selbstätzende Systeme. Vor der Applikation eines Etch&Rinse-Systems ist es notwendig, die Kavität mit Phosphorsäure zu konditionieren. Dabei wird die Säure meistens in Form eines Gels auf die Zahnoberfläche aufgetragen (Etch) und nach einer gewissen Einwirkzeit abgespült (Rinse). Auf die so konditionierte Zahnoberfläche wird das Adhäsivsystem aufgetragen, das aus einer (Ein-Flaschen-Etch&Rinse-System) oder mehreren Komponenten (Mehr-Flaschen-Etch&Rinse-System) bestehen kann.

Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen ist eine separate Ätzung nicht zwingend erforderlich. Die Konditionierung geschieht hier mithilfe von sauren Monomer-Lösungen, die bereits im Adhäsivsystem enthalten sind. Es ist jedoch empfehlenswert, vor dem Auftragen eines selbstätzenden Adhäsivs die Schmelzanteile der Kavität mit Phosphorsäure zu konditionieren.

Diese Vorgehensweise trägt zu einer Verbesserung des Haftverbundes zum Schmelz bei. Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen können Primer und Adhäsiv getrennt (selbstätzende Adhäsive mit Zwei-Schritt-Applikation) oder als Gemisch vorliegen (All-in-one-Adhäsive). Eine Neuentwicklung auf dem Gebiet der Adhäsivsysteme stellen die Universal-Adhäsive dar. Diese lassen sich sowohl in der Etch&Rinse-Technik als auch als selbstätzendes Adhäsiv einsetzen.

Teil 3: Selbstätzende Adhäsivsysteme mit Zwei-Schritt-Applikation

Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen ist ein separater Ätzvorgang nicht zwingend erforderlich. Die Konditionierung der Zahnoberfläche geschieht mithilfe von sauren Monomeren. Diese sind bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen mit Zwei-Schritt-Applikation in der Regel im Primer enthalten. Der saure Primer muss entweder angemischt werden oder er steht gebrauchsfertig zur Verfügung.

Die Dentinhaftung ist ähnlich gut wie die der Etch&Rinse-Systeme. Die Schmelzhaftung ist schlechter, kann aber mit einer selektiven Schmelzätzung mit Phosphorsäure erhöht werden. Beim Einsatz im hochbelasteten Seitenzahnbereich sollte vor der Applikation des selbstätzenden Adhäsivs in jedem Fall eine selektive Schmelzätzung durchgeführt werden.

Dr. Gerd Göstemeyer und Dr. Uwe Blunck
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CharitéCentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin
Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin-Wilmersdorf
Gerd.Goestemeyer@charite.de
ublunck@charite.de


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