mg/pm
08.12.15 / 10:21
Zahnmedizin

Bohren ohne Sedierung

Sechs bis zehn Sitzungen kognitiver Verhaltenstherapie genügen, um Angstpatienten die Zahnbehandlung ohne Sedierung überstehen zu lassen. Das hat ein Forscherteam des Londoner King's College herausgefunden.



Angst vor Bohrer und Spritze als erlerntes Fehlverhalten: Das ist der - erfolgreiche - Ansatz der kognitiven Verhaltenstherapie. Dominik Pietsch

Kann eine Verhaltenstherapie helfen, die Angst vor dem Zahnarztbesuch zu überwinden? Diese Frage stand im Zentrum der Studie, die Ende November im British Dental Journal veröffentlicht wurde. Die 130 teilnehmenden Patienten (99 Frauen, 31 Männer) hatten nach eigener Aussage am meisten Angst vor dem Bohren und vor Spritzen. Außerdem gaben 94 Prozent der Frauen und Männer an, dass ihre Angst vor dem Zahnarzt eine negative Auswirkung auf ihre Gesundheit beziehungsweise Lebensqualität hat.

Ergebnis: Nach durchschnittlich nur fünf Sitzungen schafften es rund 79 Prozent der Probanden, eine Zahnbehandlung ohne Sedierung zu überstehen. 

Die kognitive Verhaltenstherapie folgt dem Ansatz, dass in letzter Instanz nicht die objektive Realität, sondern die subjektive Sicht des Betrachtenden über das Verhalten entscheidet und stellt darum die aktive Gestaltung des Wahrnehmungsprozesses in den Vordergrund.

Annahme: Ist die Kognition inadäquat, ist auch die Möglichkeit beeinträchtigt, Affekt und Verhalten zu korrigieren. Am besten erforscht/belegt ist der erfolgreiche Einsatz dieses Therapieansatzes bei der Behandlung von Depressionen. Auch hier ist der Ausgangspunkt der Behandlung die Annahme, dass es sich bei der Depression um eine Art erlerntes Fehlverhalten handelt, das durch Einüben neuer Verhaltensweisen überwunden werden kann.


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