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04.12.15 / 14:14
Zahnmedizin

Britische Fußballprofis haben schlechte Zähne

Sie sind Spitzenverdiener, aber offenbar investieren sie ihre Millionen nicht unbedingt in ihre Zähne. Eine britische Studie zeigt: Englische Fußballprofis haben so stark Karies und Parodontitis, dass sie sich in ihrer Leistung beeinträchtigt fühlen.



Fast vier von zehn britischen Fußballprofis haben Karies. Schön zu sehen beim Ex Profi Craig Burley, der 1989 beim FC Chelsea debütierte und später auch in der Nationalmannschaft spielte. picture alliance

Hintergrund: Die wenigen Studien, die bisher zur Mundgesundheit im Profifußball erschienen sind, legten bereits eine schlechte Zahngesundheit nahe - allerdings gab es nur minimalen Daten dazu, inwieweit dies auch die Performance beeinflusst. Ziel der Studie war daher, die orale Gesundheit in einer repräsentativen Stichprobe professioneller Fußballer in Großbritannien genauer zu bestimmen und die Einflussfaktoren auf orale Gesundheit, Wohlbefinden, Training und Performance zu definieren.

Methoden: Die Untersuchung der Mund- und Oralgesundheit der britischen A-Nationalspieler erfolgte anhand klinischer Standardmethoden und zusätzlich mithilfe von Fragebögen. Acht Teams nahmen teil: Fünf spielten in der Premier League, der höchsten englischen Spielklasse, darunter Manchester United, Southampton, Swansea City und West Ham United. Zwei spielten in der Championship Liga und eine in der "League One". Das durchschnittliche Alter der Spieler betrug 24 Jahre. Welche Profis genau an der Untersuchung teilnahmen, ist uns nicht bekannt.

Ergebnisse: Sechs Zahnärzte untersuchten 187 Spieler - 90 Prozent der Vereine sind damit abgedeckt. Die orale Gesundheit war ausgesprochen schlecht: Insgesamt 37 Prozent der Spieler hatten Karies, 53 Prozent dentale Erosionen und 5 Prozent litten unter einer mittelschweren irreversiblen Parodontitis.

Zu viele Softdrinks, Zahnschmerzen und miese Performance

Insgesamt 45 Prozent der Spieler fühlten sich dadurch beeinträchtigt, 20 Prozent berichteten, dass die Krankheiten negative Auswirkungen auf ihre Lebensqualität haben und 7 Prozent gaben an, ihre Leistungsfähigkeit bezogen auf Training und Performance sei geschmälert - und das obwohl drei von vier Spielern angaben, jährlich an zahnmedizinischen Check-ups und Kontrolluntersuchungen teilzunehmen. 16 Prozent berichteten sogar von regelmäßigen Zahnschmerzen.

Eine Erklärung für den schlechten Zustand der Zähne kann den Forschern zufolge sein, das die Profis regelmäßig große Mengen an Sportgetränken trinken. Zwei Drittel der Fußballer gaben an, mindestens dreimal pro Woche zu den stark zucker- und kohlensäurehaltigen Drinks zu greifen. Bislang gebe es für diese Annahme allerdings nur einige Hinweise - keine Belege.

Fazit: Das ist die erste große repräsentative Stichprobenstudie im britischen Profifußball. Die orale Mundgesundheit professioneller Fußballer ist schlecht und hat großen Einfluss auf das subjektive Wohlbefinden der Spieler und ihre Performance. Erfolgreiche Strategien sind den Forschern zufolge notwendig, um die Mundgesundheit innerhalb des Profifußballs zu fördern. Es sollte auch in die Entwicklung Evidenz-basierter Modelle investiert werden, um Verhaltensänderungen zu bewirken. Letztlich erbringe diese Studie den Beweis dafür, wie wichtig es ist, orale Screenings im Profisport zu unterstützen.

Ian Needleman, Paul Ashley, Lyndon Meehan, Aviva Petrie, Richard Weiler, Steve McNally, Chris Ayer, Rob Hanna, Ian Hunt, Steven Kell, Paul Ridgewell, Russell Taylor: Poor oral health including active caries in 187 UK professional male football players: clinical dental examination performed by dentists, in: Br J Sports Med bjsports-2015-094953Published Online First: 2 November 2015 doi:10.1136/bjsports-2015-094953


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