sf/pm
13.05.13 / 15:22
Zahnmedizin

DGParo gründet Junior Committee

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V. (DGParo), hat sich um ein Junior Committee erweitert. Fünf Nachwuchszahnmediziner aus Wissenschaft und Praxis kümmern sich gezielt um die Vernetzung mit jüngeren Kollegen.



Das Junior Committee bringt frischen Wind in die DGParo. v.l.n.r. Dr. Katrin Nickles, Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl, Dr. Stefanie Kretschmar, Stephan Rebele, Dr. Inga Harks

Denk-, Kommunikations- und Arbeitsweise der Digital Natives unterscheiden sich deutlich von der der älteren Babyboomer-Generation um die 50 Jahre, die auch in der Zahnärzteschaft noch die Mehrheit darstellt, begründet die DGParo ihre Entscheidung in einer Presseinformation.

Ziel ist aber, auch die jüngeren Generationen stärker in zahnmedizinische Aus- und Weiterbildungsangebote einzubinden. Die Youngsters wollten anders angesprochen werden, hätten andere Fragen und auch andere Erwartungen an Aus- und Weiterbildung. Daher unterstütze das Junior Committee von nun an den Vorstand der DGParo unter Präsident Prof. Peter Eickholz.

Weit mehr als PZR und Scaling

Die Prävalenz und die Bedeutung der Parodontologie in der Grundversorgung der Patienten nehmen laut DGParo eine immer wichtigere Rolle ein. "Die Bedeutung einer guten parodontalen Situation bei den meisten zahnmedizinischen Versorgungen wird aber offensichtlich noch zu wenig erkannt“, so die Einschätzung von PD Dr. Stefan Fickl, der Mitglied des Junior Committees ist und an der Universität Würzburg lehrt. "Genau da wollen wir ansetzen und unser Fach, das wir als zentrales Schnittstellenfach verstehen, den jungen Kollegen näher bringen.“

Der DGParo sei es wichtig, schon bei den jüngeren Zahnärzten Parodontologie als ein spannendes und vielseitiges Tätigkeitsfeld zu positionieren, das weit über PZR und Scaling hinausgehe. Das Fach bilde die Basis für viele weiterführende Behandlungen, etwa vor und nach einer Implantattherapie, bei Restaurationen, in der Endodontologie oder Kieferorthopädie.

"Eine gute parodontale Versorgung", erklärt Fickl, "trägt dazu bei, andere nötige Maßnahmen erfolgreich und nachhaltig durchzuführen. Dazu kann der parodontal geschulte Zahnarzt die Voraussetzungen schaffen und im Zusammenspiel mit Anderen eine optimale Versorgung sichern."

Eine weitere wichtige Aufgabe der Parodontologie sieht Eickholz darin, durch systematische UPT dazu beizutragen, Zähne nachhaltig auf der Basis eines funktionstüchtigen Zahnhalteapparats und eines gesunden Parodonts zu erhalten. Er setze sich seit Jahren für eine umfassende Weiterqualifizierung von Zahnärzten in diesem Sektor ein.

Als wissenschaftliche Fachgesellschaft biete die DGParo dazu differenzierte Qualifizierungsangebote an. Das Spektrum reiche von den Curricula für breit aufgestellte Hauszahnärzte bis hin zu Masterabschlüssen in Parodontologie und Implantattherapie sowie postgraduierter Weiterbildung zu DGParo-Spezialisten für Parodontologie.

Die Frauen gewinnen

Junior Committee Mitglied Dr. Inga Harks sieht noch weitere interessante Ansatzpunkte für die Verjüngung der DGParo. "Wir wissen aus Studien, aber auch aus unserem eigenen Umfeld, dass sich viele Frauen in der Zahnmedizin besonders für Prävention und Mundgesundheit interessieren. Bislang aber haben wir noch zu wenige weibliche Mitglieder bei der DGParo. Das wollen wir ändern und vermehrt junge Zahnärztinnen informieren, damit sie die optimale Qualifizierung für ihre Interessen bei der DGParo erhalten. Dazu wollen wir auch Kontakte verknüpfen und Netzwerke aufbauen - online und durch persönliche Begegnung“, so Harks, die sich gemeinsam mit Dr. Katrin Nickles und Dr. Stefanie Kretschmar im gemischten Team des Junior Committees engagiert.

Fünfter im Bunde der Junioren ist Stephan Rebele. Der niedergelassene Parodontologe will sich insbesondere um eine engere Verbindung zu den Niedergelassenen und Praxisgründern kümmern.

Interaktiver, schneller, relevant

Die Junioren wollen neben dem Fachwissen der etablierten wissenschaftlichen Fachgesellschaft auch Fragen der praktischen Tätigkeit, Praxisgründung und Patientenführung aufgreifen. Dazu setzen sie neue Medien, Themen und Formate ein, um im kontinuierlichen Dialog mit ihren jüngeren und weiblichen Zielgruppen zu sein: "interaktiver, schneller, relevant!“ lautet die Devise.

Zur Jahrestagung in Erfurt wird sich das Junior Committee am Samstag, 21. September, im Rahmen des wissenschaftlichen Programms erstmals präsentieren. Dabei sollen Fragestellungen junger Zahnärzte an die Parodontologie im Fokus stehen. Erstmalig wird auch am Abend mit einem Rookie Dinner und anschließendem Clubbing junges Programm als Alternative zum klassischen Dinner angeboten. Für Studenten stehen Reisestipendien für die Jahrestagung in Erfurt zur Verfügung, um die sie sich vorab bewerben können.

Zudem ist am 16. November 2013 ein interaktives Seminar für junge Zahnärzte und Studierende in Leipzig vorgesehen. Außergewöhnlich ist der Ort: das Porschewerk Leipzig. Außergewöhnlich soll auch das Programm werden. Mit der Verlosung von Hospitationstagen bei erfahrenen Parodontologen wollen die Junioren einen Einblick in die spannende Praxis ihres Faches geben. Dazu kooperieren sie mit den Fachschaften der Universitäten.

Insgesamt wollen die Junioren neben einer besseren Verankerung des Themas Parodontologie an den Universitäten auch an der Schnittstelle zur Praxis aktiv zu werden. Mit Webinaren und anderen interaktiven Formaten soll vermehrt neuestes Wissen aus der Parodontologie und den angrenzenden Bereichen vermittelt werden.

"Wir sind davon überzeugt, dass sich die Faszination, die das Fach auf uns ausübt, auch auf andere übertragen lässt. Schließlich behandeln wir in einem zahnmedizinischen Bereich mit der größten Prävalenz in einer alternden Gesellschaft, bei ständig steigender Patientenzahl und das mit exzellenten Ergebnissen. Wenn das mal keine Perspektive ist!“, geben sich die Junioren optimistisch.

Mehr Informationen unter www.DGParo.de und auf www.facebook.com/dgparo


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