Stefanie Feierabend
30.04.15 / 13:00
Zahnmedizin

Der Fall: Hypoplasie durch Strukturanomalie

Bei diesem Patienten bat der Kieferorthopäde um eine Versorgung der hypoplastischen Frontzähne im Ober- und im Unterkiefer, um eine Multibracket-Apparatur applizieren zu können.




Die Mutter des Patienten berichtete, dass die bleibenden Frontzähne ihres Sohnes so durchgebrochen seien, wie sie jetzt aussähen. Das Milchgebiss dagegen sei völlig unversehrt gewesen. Bisher hätten Untersuchungen durch den Zahnarzt in der Schule sowie halbjährliche Untersuchungen durch den Hauszahnarzt stattgefunden.

Ursprünglich habe man sich mit dem Hauszahnarzt darauf geeinigt, die Zähne dann zu versorgen, wenn das Wachstum abgeschlossen sei – bis eben der Kieferorthopäde um eine frühere Restauration gebeten habe.

Klinischer Befund

Die mittleren Oberkiefer- und alle Unterkieferfrontzähne des Patienten wiesen im inzisalen Drittel bis hin zur inzisalen Hälfte deutliche Hypoplasien auf (Abbildungen1 und 2). Ebenso war im Ober- wie auch im Unterkiefer das inzisale Drittel der Eckzähne betroffen (Abbildung 3). Nur sehr geringe Hypoplasien wiesen die seitlichen Schneidezähne im Oberkiefer auf (Abbildungen 2 und 3). Der Schmelz, der die hypoplastischen Areale bedeckte, war deutlich sichtbar grübchenförmig vertieft. Der restliche Schmelz dieser Zähne schien ebenfalls eine eher ungewöhnlich raue Struktur aufzuweisen.

Auffallend war, dass ausschließlich die Labial- und die Approximalflächen der Zähne betroffen waren, die Palatinalfläche aber regelhaft ausgebildet wurde (Abbildung 4). Die noch vorhandenen Milchmolaren wiesen klinisch keine Besonderheiten auf. Die Familien- und die Fluoridanamnese wiesen ebenfalls keine ungewöhnlichen Merkmale auf. Allgemeinmedizinisch gab es die Besonderheit einer Frühgeburt, die aber laut Aussage der Mutter ohne größere Komplikationen abgelaufen sei, ihr Sohn habe sich trotz des verfrühten Starts von Beginn an gut entwickelt. 

Diagnose

Die Diagnose lautete Hypoplasien der Ober- und der Unterkieferfrontzähne im Sinne erworbener Strukturanomalien.


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