Stefanie Feierabend
05.06.15 / 09:55
Zahnmedizin

Der Fall: Persistierender Milchmolar

Bei einer jungendlichen Patientin wird ein persistierender 75 in eine KFO-Therapie integriert. Danach soll der Zahn ästhetisch "in die Reihe" passen. Lesen Sie, wie die Behandler das Problem lösen konnten.




Die Patientin stellte sich unmittelbar vor der Entnahme ihrer festsitzenden kieferorthopädischen Apparatur vor. Für die kieferorthopädische Behandlung waren die Planung und die Behandlung so erfolgt, dass der persistierende Milchzahn 75 anstelle des Zahns 35 mit einbezogen wurde.

Laut Aussage der Patientin und ihrer Mutter war zunächst keine Rede davon, dass dieser Milchzahn nach Abschluss der Behandlung eine zusätzliche Behandlung oder Restauration benötige, deshalb sei dies auch bei der Krankenkasse nicht mit beantragt worden. Leider habe sich aber eine Mitbehandlung  im Laufe der Behandlung dann doch ergeben, weil dieser Zahn im Vergleich zu den anderen nicht richtig „mitgewandert“ sei. Nun wollten sich Mutter und Tochter über Möglichkeiten der Restauration erkundigen.

Klinischer Befund

Die Patientin zeigte ein kariesfreies bleibendes Gebiss mit Nichtanlage des Zahns 35 und Persistenz des Zahns 75 auf (Abbildung 1). Sie wies im Frontzahnbereich sowie im rechten Seitenzahnbereich eine Klasse I auf, im linken Seitenzahnbereich aufgrund der Größe des Zahns 75 eine Klasse II. Zahn 75 befand sich in deutlicher Infraokklusion (Abbildung 2). Der Perkussionstest wies allerdings nicht eindeutig auf eine Ankylosierung hin.

An Zahn 11 zeigte sich  im inzisalen Drittel zusätzlich eine runde Schmelzopazität mit geringfügiger Hypoplasie (Abbildung 3), beides waren die Folge eines Frontzahntraumas im Milchgebiss. Darüber hinaus befand sich im zervikalen Drittel des gleichen Zahns eine rillenförmige Hypoplasie im Schmelz, höchstwahrscheinlich durch denselben Unfall verursacht (Abbildung 3).


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