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17.12.15 / 13:13
Zahnmedizin

Der Fall: Totale Kieferrekonstruktion

Einer 24-jährige Patientin wurden wegen eines Geschwulsts Teile des Unterkiefers entfernt und mit autologem Knochenmaterial ersetzt. Drei Jahre später zeigt das Röntgenbild, dass diese Rekonstruktion erfolglos war. Eine Falldarstellung aus Indien.




Einführung: Die Autoren beschreiben den schrittweisen Aufbau des Kiefers mit einem Knochenimplantat und einer implantatgestützten Prothese. Ihr Fallbericht ist dabei einer der wenigen, die sich dabei auf die letzten Phase der Therapie, auf die Prothetik, konzentrieren.

Die Free-flap Rekonstruktionstechnik ("gestielter Lappen") gehört zur Standardtherapie, wenn Teile oder der gesamte Kiefer eines Patienten entfernt und wieder aufgebaut werden. Chirurgen verwenden dabei vorzugsweise Knochen vom Wadenbein des Patienten, da sie eine adäquate Knochenlänge aufweisen und der Form des Kiefers entsprechen. Darüber hinaus ist das Risiko einer Erkrankung des Beins minimal.

Allein die Rekonstruktion des Kiefers allein reicht den Autoren zufolge nicht, dem Patienten sein Äußeres zurückzugeben und die funktionellen Fähigkeiten wiederherzustellen: Prothesen bleiben oft nicht stabil am Platz, so dass man häufig Implantate zur zusätzlichen Unterstützung verwendet.

Der Fall: In diesem Fallbericht geht es um eine 24-jährige Frau. Eine Geschwulst in ihrem Kiefer war drei Jahre zuvor entfernt und der Kiefer mit Material aus einem ihrer Wadenbeinknochen wiederaufgebaut worden - ohne Erfolg. In einer zweiten OP wurde der Eingriff wiederholt. Zusätzlich wurden vier Implantate inseriert und eine Zahnprothese eingefügt.

Nach zwei Jahren berichtet die Patientin, dass sie mit der Prothese sehr gut zurecht kommt und abgesehen von Nüssen und Fleisch ganz normal essen kann. Sie spricht klar und deutlich, und ihre Gesichtsproportionen sind im Vergleich zu vorher symmetrischer.

Einmal mussten die Plastikbefestigungen aufgrund von Abnutzungserscheinungen ersetzt werden. Die Patientin ist ansonsten gesund und geht ihren täglichen Tätigkeiten nach. Sie fühlt sich wohl mit in ihrem Äußeren und hat keine Probleme mit dem Bein, das als Spenderseite verwendet worden war.

Schlussfolgerung: Aus Sicht der Autoren belegt der Fall die Zuverlässigkeit und Sicherheit der hier eingesetzten Therapiemethode. Der rekonstruierte Kiefer ist demnach voll funktionsfähig und ästhetisch annehmbar. Damit habe der Eingriff die Lebensqualität der Patientin außerordentlich erhöht.

Shantanu S. Jambhekar, Mohit G. Kheur, Satyajit Dandagi, Jay D. Matani, Sumit Sethi, and Supriya M. Kheur (2015) Total Mandibular Reconstruction and Rehabilitation: A Case Report. Journal of Oral Implantology: December 2015, Vol. 41, No. 6, pp. 740-745.


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