Julie Rohde, Robert Frey
29.05.15 / 13:01
Zahnmedizin

Die Aktinische Keratose

Ein 65-jähriger Patient stellte sich mit einer seit einem halben Jahr bestehenden Veränderung an der linken Unterlippe in der Abteilung für Oralchirurgie in der Seegartenklinik in Heidelberg vor. Welche Erkrankung liegt bei ihm vor?




Allgemeinanamnestisch lagen eine Hypertonie und ein Diabetes mellitus Typ II vor. In der klinischen Untersuchung zeigte sich am Lippenrot des Patienten eine etwa einmal ein Zentimeter große, gelblich-bräunliche, raue schuppende Plaque mit teilweise blutender Ulzeration (siehe Abbildung 1). In einem operativen Eingriff wurde die Keratose mit ausreichend Sicherheitsabstand exzidiert. Ausgeprägte klinische Befunde, wie der vorliegende Fall, erfordern die komplette Exzision des betroffenen Areals.

Für Pathologien bis zu etwa einem Drittel der Unterlippe eignet sich eine Keilexzision [Strutz, 2001]. Danach erfolgte ein schichtweiser Wundverschluss (siehe Abbildungen 2 bis 5). In der histopathologischen Aufbereitung zeigten sich Epithel des labialen Haut- und Schleimhautübergangs mit gestörter Schichtung und unregelmäßigen, basalen Epithelproliferaten atypischer Zellen. Die Basalmembranzone war noch intakt.

Diagnose

Darüber hinaus konnte ein chronisch entzündliches Infiltrat in deutlich aktinisch degeneriertem Bindegewebe ausgemacht werden. Die Diagnose der Pathologie lautete daher: „Fortgeschrittene Präkanzerose des Lippenrots, Cheilitis actinica“.

Die Ränder des Exzisats waren in sano dargestellt, und es lag kein Nachweis von invasivem Wachstum vor. Die Therapie gilt somit als abgeschlossen. Der Patient wurde in das Recallsystem aufgenommen und stellte sich zu regelmäßigen Nachuntersuchungen vor. Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos (siehe Abbildungen 6 bis 9).


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