sf/pm
12.12.13 / 09:10
Zahnmedizin

Eigenschaften unvollständig exkavierter Zähne

Der Oberarzt Dr. Falk Schwendicke von der Berliner Charité gewinnt den Erwin-Reichenbach-Förderpreis 2013 der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Die prämierte Arbeit untersuchte die mechanischen Eigenschaften von unvollständig exkavierten Zähnen.



OA Dr. Falk Schwendicke von der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin an der Charité Berlin ist Erwin-Reichenbach-Preisträger 2013. ZÄK-SA

Schwendicke nahm den mit 2.500 Euro dotierten Preis in Magdeburg von Kammerpräsident Dr. Frank Dreihaupt entgegen, wie die Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt berichtet.

Unvollständige Kariesentfernung als Alternative zur vollständigen Exkavation

Die prämierte Arbeit untersuchte die mechanischen Eigenschaften von unvollständig exkavierten Zähnen. Eine solche unvollständige Kariesentfernung wird zunehmend insbesondere für tiefe Läsionen als Alternative zur vollständigen Exkavation diskutiert, da sie das Risiko einer Pulpeneröffnung signifikant reduziert.

Zweifel bestehen demnach jedoch hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften unvollständig exkavierter Zähne: Insbesondere die geringe Härte des kariösen Dentins und die reduzierte Haftkraft konventioneller Adhäsivsysteme werden als Risikofaktoren für die Stabilität des Zahnes und der Restauration angesehen.

Keine signifikant verringerte Frakturresistenz oder Randintegrität

Die Studie untersuchte daher die Frakturresistenz und die Randintegrität von unvollständig und vollständig exkavierten Zähnen in-vitro. Die Autoren zeigten, dass unvollständig exkavierte Zähne keine signifikant verringerte Frakturresistenz oder Randintegrität aufwiesen.

Andere Faktoren wie die Tiefe der kariösen Läsion oder, im Fall der Randintegrität, der Schmelz- oder Dentinbegrenzung, scheinen einen weitaus größeren Einfluss auszuüben. Daraus wurde gefolgert, dass die unvollständige Exkavation geeignet sein könnte, um pulpale Risiken zu minimieren ohne die mechanischen Eigenschaften von Zahn oder Restaurationen zu kompromittieren.

Studie hat In-vitro-Charakter

Aufgrund des In-vitro-Charakters der Studie sollten die Ergebnisse allerdings mit Vorsicht interpretiert werden, so die Autoren. Die Studie wird demnächst im Journal of Dentistry publiziert.

Der Förderpreis wird jährlich für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit verliehen, die Auswirkungen auf die praktische Ausübung der Zahnheilkunde hat. Der Preis ist benannt nach Prof. Erwin Reichenbach, der von 1947 bis 1961 die Universitätszahnklinik in Halle (Saale) leitete.

Schwendicke F et al.: Fracture resistance and cuspal deflection of incompletely excavated teeth


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