eb/pm
17.06.13 / 14:51
Zahnmedizin

Frühkindliche Karies nimmt zu

Die Zunahme frühkindlicher Karies ist ein zentrales Problem, zeigt eine bundesweite Befragungsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ).



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Die Early Childhood Caries (ECC) bereitet Schwierigkeiten, obwohl die deutschen Zahnärzte in der Präventionsarbeit mit Kleinkindern gut aufgestellt sind.

Neben der Fluoridierung setzen Zahnmediziner in erster Linie auf eine intensive Elternarbeit. Jedoch werden die Eltern nicht immer erreicht oder setzen zu oft wichtige Hinweise nicht richtig um. Die Zahnärzteschaft fordert daher den Gesetzgeber auf, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine systematische Prävention frühkindlicher Karies bei 0- bis 3-jährigen Kindern zu schaffen.

Praktisch alle Zahnärzte klären auf

Die heute veröffentlichte IDZ-Studie „Erfahrungen, Probleme und Einschätzungen niedergelassener Zahnärzte bei der Behandlung jüngerer Kinder“ zeigt, dass 98,9 Prozent der befragten Zahnärzte Eltern über eine zahngesunde Ernährung aufklären. Zudem dokumentierten 85 Prozent die Ernährungsgewohnheiten von Kindern unter sechs Jahren.

Dies ist eine wichtige Präventionsmaßnahme, denn eine ständige Kohlenhydratzufuhr gilt als ein Hauptrisikofaktor für frühkindliche Karies. Gleichzeitig geben mehr als 90 Prozent der Zahnärzte an, dass es Eltern oftmals schwer fällt, diese Hinweise zuhause umzusetzen. Zudem möchten viele Eltern nicht auf die zahnschädigende Nuckelflasche für ihr Kind verzichten.

Prävention von Kinderärzten reicht nicht aus

„Die steigenden Prävalenzzahlen im Bereich ECC und die Erfahrungen der Zahnärzte in den Praxen zeigen deutlich, dass zahnmedizinische Präventionsbemühungen von Pädiatern allein nicht ausreichen", betont der KZBV-Vorsitzende Dr. Jürgen Fedderwitz.. "Hier geht es um ein zahnmedizinisches Versorgungsproblem, das wir Zahnärzte am besten lösen können. Und deshalb müssen die bestehenden Rahmenbedingungen geändert werden.“

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel ergänzt: „Die frühkindliche Karies lässt sich erfolgreich verhindern, wenn schon werdende Eltern von Hebammen und Gynäkologen aufgeklärt werden. Daher erarbeitet die Zahnärzteschaft derzeit gemeinsam mit dem Deutschen Hebammenverband ein umfassendes Konzept, um die Versorgungslücke für die Jüngsten endlich zu schließen. Gemeinsam können wir unser Ziel erreichen, dass im Jahr 2020 80 Prozent der dann 6- bis 7-jährigen Kinder kariesfrei sind.“

Die IDZ-Studie steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit unter www.idz-koeln.de


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