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09.02.17 / 13:56
Zahnmedizin

Implantat mit Periimplantitis-Prophylaxe

Ein Forscherteam der Universität Leuven in Belgien hat ein Zahnimplantat entwickelt, das nach und nach Chlorhexidin aus einem eingebauten Reservoir freisetzt, um Infektionen zu verhindern.




Auf herkömmlichen Zahnimplantaten können diese Erreger schnell einen Biofilm bilden, der gegen antimikrobielle Wirkstoffe wie Antibiotika resistent ist. Das neue entwickelte Implantat soll dieses Infektionsrisiko reduzieren und prophylaktisch gegen Periimplantitis wirken.

"Unser Implantat hat einen eingebauten Vorratsbehälter unter der Krone des Zahns", erklärt die Co-Autorin Kaat De Cremer. "Eine Abdeckschraube macht es einfach, diesen Behälter mit antimikrobiellen Wirkstoffen zu füllen" (siehe Bild 3).

Das Implantat besteht aus einem porösen Verbundmaterial (spezielles Komposit), so dass das Arzneimittel allmählich aus dem Reservoir nach außen in das Implantat diffundieren und in Kontakt mit den Knochenzellen (siehe Bild 2) treten kann, und die Bakterien somit keinen Biofilm mehr bilden können.

"Im Labor wurde das Implantat verschiedenen Tests mit Chlorhexidin unterzogen. Die Studie zeigt, dass die Streptococcus mutans keinen Biofilm mehr auf der Außenseite des Implantats mehr bilden können, wenn das Reservoir mit dem Antiseptikum gefüllt ist."

Auch Biofilme, die zuvor entstanden waren, konnten auf diese Weise eliminiert werden. Das bedeutet also, dass dieses Reservoir-Implantat mit der entsprechenden Befüllung in der Lage ist, sowohl Infektionen zu verhindern als auch zu heilen. Eine klinische Untersuchung steht allerdings noch aus. Noch nicht geklärt ist auch die Frage der Stabilität und der Osseointegration auf lange Sicht .

Diese Studie wurde durchgeführt von Dr. Karin Thevissen, Dr. Kaat De Cremer und Dr. Annabel Braem und gefördert durch den KU Leuven Industrial Research Fund.


Kommentare

Leserkommentare (1)

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Meike Oltmann
14.03.17 / 11:08
Abwarten...

...würde mein Zahnarzt jetzt sagen... Es ist zwar ein interessanter Ansatz, allerdings sollte man Ergebnisse der Langzeitstudien abwarten.

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