Dr. Sabine Weimar, Dr. Johannes Spitzbart
12.10.16 / 17:15
Zahnmedizin

KFO-Behandlung im parodontal vorgeschädigten Gebiss

Eine kieferorthopädische Behandlung ist bei Erwachsenen grundsätzlich schwieriger als beim Kind. In diesem Fall hatte der 44-jährige Patient noch dazu eine Parodontitis. Wie die Behandler mit Alignern ein gutes Ergebnis erzielten, lesen Sie hier.




Der Fall

Der 44-jährige Patient stellte sich im Juli 2014 nach Überweisung seines Hauszahnarztes in unserer kieferorthopädischen Sprechstunde zur Erstberatung vor. Er bemerkte nach eigenen Angaben seit Jahren eine Veränderung seiner Zahnstellung - besonders im Oberkiefer - und wünschte sich eine Behandlungsalternative zur zahnärztlich angeratenen Extraktion von Zahn 11 und anschließenden Brückenversorgung.

Anamnestisch lagen keine Besonderheiten vor. Es ist jedoch zu vermerken, dass ein regelmäßiger Alkohol-, Koffein- und Nikotinkonsum zugrunde lag.

Intraoral zeigte sich ein bereits konservierend versorgtes permanentes Gebiss mit aktivem und inaktivem kariösen Geschehen. Große Anteile der Zahnhälse lagen nach Zahnfleischrückgang in Kombination mit Knocheneinbrüchen frei. Zahn 27 wurde bereits extrahiert.

Eine Beurteilung der parodontalen Situation an Zahn 11 offenbarte mesial und distal Sondierungstiefen von jeweils 6 mm.

Kieferorthopädisch imponierte beidseits eine neutrale Verzahnung bei einem tiefen Biss von 5 mm - bedingt durch die Verlängerung beider Frontzahngruppen. Besonders Zahn 11 zeigte eine erhebliche Verlängerung und Protrusion mit einer sagittalen Frontzahnstufe von 5 mm. Sowohl die Frontzähne im Ober- als auch im Unterkiefer wiesen eine lückige Beziehung zueinander auf (Abbildung 1).

Röntgenologisch stellte sich im Orthopantomogramm der bereits intraoral ersichtliche horizontale und vertikale Knochenabbau mit Attachmentverlust an einzelnen Zähnen dar. Die Erhaltungswürdigkeit einzelner Zähne war aufgrund des starken Knochenverlustes beziehungsweise  der Beeinträchtigung des Halteapparates als kritisch zu beurteilen.

Zudem wurde die Diagnose einer Parodontitis gestellt, die eine Rücküberweisung an den Hauszahnarzt erforderlich machte (Abbildung 2).


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