ck/pm
11.11.15 / 10:35
Zahnmedizin

Kaltplasma - ein Therapieansatz?

Ist Kaltplasma ein neuer Therapieansatz in der Zahnmedizin? Greifswalder Wissenschaftler wollen Kaltplasma zur Beseitigung dentaler Biofilme sowie bei der Behandlung von Parodontitis und Periimplantitis einsetzen.




Kaltplasma wird in der Medizin bereits erfolgreich zur Therapie chronischer Wunden und erregerbedingter Hauterkrankungen verwendet. Aufgrund seiner antimikrobiellen und oberflächenverändernden Eigenschaften sei Plasma aber auch für die Zahnmedizin ein vielversprechendes Instrument, schreiben die Wissenschaftler.

Plasma - ein vielversprechendes Instrument?

Das Plasma eigne sich zur Beseitigung dentaler Biofilme, bei der Behandlung von Parodontitis oder bisher nur sehr schwer bis nicht therapierbarer Erkrankungen, wie der Periimplantitis. Durch ein extra hierfür optimiertes Kaltplasma-Gerät sei es möglich, auch schwer zugängliche Kavitäten wie Wurzelkanäle und Parodontaltaschen präziser zu behandeln.
Darüber hinaus könne die Plasmabehandlung bei chronischen, infizierten Wunden zum Tragen kommen, wie Ulcus cruris oder Dekubitalulkus, und Hauterkrankungen, die durch Erreger hervorgerufen werden - etwa Acne vulgaris oder Tinea pedis. Während der Anwendung wird den Forschern zufolge die Wundheilung durch Unterstützung der Zellproliferation stimuliert und beschleunigt.
Studiendaten belegen den Forschern zufolge die hohe Wirksamkeit bei typischen Wundkeimen und multiresistenten Bakterien. Der Plasmastift erzeuge ein handwarmes Plasma. Bisherige Studien zeigten keine Nebenwirkungen oder Resistenzbildungen. Die Zertifizierung als Medizinprodukt erfolgte in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Greifswald und der Charité Berlin. Bislang gibt es nur den Prototypen, mit der Zulassung wird 2016 gerechnet.

 


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