sf
01.12.15 / 12:23
Zahnmedizin

Kann der blaue Laser mehr?

Auf der Internationalen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde (DGL) stellten Experten die neue Generation der blauen Laser vor. Fazit: Sie können wirklich mehr!




Wissenschaftler aus der Deutschen Zahnmedizin generieren derzeit neue Daten, um die Aussagekraft für die Qualität der neuen Lasergeneration mit einer blauen Diode und einer Wellenlänge von 445 Nanometer zu belegen.

In der Zahnmedizin werden heute therapeutische Diodenlaser im infraroten Wellenlängenbereich von 810 bis 980 nm eingesetzt. Die Wirksamkeit der Geräte beruht auf der Absorption der elektromagnetischen Strahlung im Gewebe. Wellenlänge, Laserleistung und Dauer der Bestrahlung sind dabei relevant.

Operieren mit blauem Laserlicht

Auf dem DGL-Kongress in Berlin wurde die neue Lasergeneration Ende November vorgestellt. Mit ihrer Wellenlänge von 445 nm seien sie für chirurgische Anwendungen geeignet, erklärte Prof. Andreas Braun von der Universität Marburg: Im Vergleich zu rotem Licht interagiere das blaue Laserlicht stärker mit Hämoglobin, was die Schneidleistung positiv beeinflusse. 

Untersuchungen, an den Braun beteiligt war, zeigten demnach, dass blaues Laserlicht die Schneidleistung bei chirurgischen Eingriffen definitiv verbessert, da pigmenthaltige Zellen und Gewebe sehr gut auf die Energiezufuhr im Wellenlängenbereich von 445 nm ansprechen. Der Laserstrahl dringe weniger tief ins Gewebe ein. Das Risiko für unbeabsichtigte Verletzungen verringere sich.

Bei parodontologischen und endodontischen Behandlungen bewirkt der blaue Laser zudem eine tiefreichende Dekontimination.

Saubere, blutungsarme Schnitte

Hintergrund: Energie dringt bei hoher Absorbtion weniger tief ins Gewebe. So lassen sich bei chirurgischen Eingriffen koagulierende Schnitte besonders gut setzen, wenn hohe Absorbtionswerte in Gewebe und Blut vorliegen. Für Blutzellen liegt das Absorbtionsmaximum im Bereich von 430 nm. Blaues Laserlicht mit 445 nm trägt laut Braun hohe Energie ins Gewebe ein und bewirkt eine rasche Koagulation.

Wasser absorbiert die Strahlung in diesem Bereich dagegen schlecht, weshalb aus Sicht von Braun und seinem Kollegen Prof. Roland Frankenberger von einer geringen Hitzeentwicklung durch den Energieeintrag in Wasser auszugehen ist. Beide schlussfolgern, dass blaue Laser gerade bei chirurgischen Eingriffen saubere, blutungsarme Schnitte mit räumlich begrenzter Hitzewirkung ermöglichen.



Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können