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04.03.16 / 14:20
Zahnmedizin

Kurioses: Frontzahnprothese aus der Tube

Der Patient kam, weil er eine Krone verloren hatte. Dabei präsentierte er seine Frontzahnversorgung aus dem Baumarkt: eine robuste "Prothese", die Wind und Wetter standhält. Dipl.-Stom. Ingrid Herrmann berichtet.




"Vor einigen Tagen kam ein Patient, den ich schon einige Jahre nicht mehr gesehen hatte, da er beruflich in den Niederlanden tätig war, mit der Bitte um Zahnersatz für den Unterkiefer in meine Praxis. Aber nur deshalb, weil bei 33 die Krone verloren gegangen war. Seinen Aufenthalt in der Heimat wollte er zu diesem Zweck nutzen.

Vor zwei Jahren hatte er zwei Frontzähne verloren, war mit dem Therapievorschlag einer deutschen Zahnärztin in Grenznähe aber nicht einverstanden - und griff nach einem gezielten Gang in den Baumarkt zur Selbsthilfe. Er kaufte einen Kunststoff, der ungefähr eine Aushärtezeit von 30 Minuten brauchte, in Röhrchenform erhältlich war (Name war ihm entfallen) und ihm für diesen Zweck geeignet schien. Er formte sich während der Aushärtung das Kunststoffstück im Mund zurecht. Gehalten wird das Teil durch "Flügel", die lingual um die Nachbarzähne gezogen sind.

Die "Prothese" ist nur in einer Einschubrichtung entfernbar, hält Wind und Wetter stand und gewährleistet eine gute Kaufähigkeit bis hin zu Äpfeln, Möhren und Nüssen. Der Patient ist ein attraktiver und fröhlicher Mittsechziger, ansonsten sehr eitel. In diesem Fall hatte ihn nur gestört, dass er nach dem Anfertigen dieses Schmuckstücks zwei Wochen lang mit gerötetem, geschwollenem und schmerzhaftem Ausschlag im Gesicht herumlaufen musste."

Dieser Fall wurde eingereicht von Dipl.-Stom. Ingrid Herrmann aus Bernstadt a. d. Eigen.

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