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08.01.16 / 11:02
Zahnmedizin

Kurzimplantate: Design korreliert mit Knochenschwund

Unverblockte Kurzimplantate sind hinsichtlich des Knochenerhalts erfolgsversprechend. Aus technisch-physikalischer Sicht steht der Knochenschwund um das Kieferknochenniveau auch in engem Zusammenhang mit dem Implantatdesign.




Der Knochenerhalt rund um Zahnimplantate ist eine der Voraussetzungen für den langfristigen Behandlungserfolg. Marincola et al. kommen in in einem aktuellen Beitrag im Implantologie Journal zu dem Schluss dass auch Kurzimplantate mit weniger als zehn Millimetern Länge langfristig funktionell bleiben. Insbesondere Kurzimplantate mit einer Länge von fünf Millimetern mit Plateaudesign und einer bakteriell versiegelten 1,5 Grad Konusverbindung könnten den Autoren zufolge für funktionierende Zahnimplantate sorgen.

Das Design korreliert mit dem Knochenschwund

Aus technischer Sicht steht der Knochenschwund mit dem Design des Implantats in engem Zusammenhang. Demnach tritt beim raketenförmigen Design mit unverblockten Kurzimplantaten ein geringerer Knochenschwund auf als bei längeren verblockten Zahnimplantaten. In toto sei der Knochenschwund um das Kieferknochenniveau eines Implantats aber multidisziplinär, was seine Ursachen angeht.

Marincola und Kollegen schlussfolgern, dass bei Einsatz des raketenförmigen Designs - im Vergleich zum vasenförmigen und zum zylindrischen - aufgrund des höheren Knochenanteils um das krestale Modul wahrscheinlich weniger Knochenschwund auftritt. Diese Designform könne eine homogene Verteilung der Aufbisskräfte am Hals des Implantats und am Kieferkamm erreichen. Die reduzierte Präsenz einer Titanoberfläche ermögliche es, so das Fazit der Arbeitsgruppe, diese Implantatgeometrien sehr nah aneinander zu platzieren.

Ein Maximum an Oberfläche für langfristigen Erhalt

Ähnlich sei es mit der Distanz zwischen einem natürlichen Zahn und einem raketenförmigen Implantat. Da diese Designtypen ein "Platform Switching" am Implantathals aufweisen, werde das Durchgangsprofil am Kieferkamm immer im Verhältnis zum Durchmesser des Plateaus reduziert sein. Dem Prinzip folgend, dass nicht zwei Objekte gleichzeitig den selben Raum einnehmen können, ermögliche dieses Design dem Kieferkammknochen ein Maximum an Oberfläche, um dem aufliegenden Weichgewebe die ideale Stütze zu garantieren.

Quelle: Marincola et al.: Die Bedeutung des Knochenerhalts beim Einsatz von Kurzimplantaten, Implantologie Journal 12/15


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