sp
22.05.13 / 11:38
Zahnmedizin

Periimplantitis und Systemkritik

Die Sylter Woche ist ein etwas anderer Kongress, nämlich von Praktikern für Praktiker.




 "Hier trifft  Wissenschaft auf Praxis", umschrieb der Präsident der Kammer Schleswig-Holstein, Dr. Michael Brandt, die mehrtägige Veranstaltung, bei der die Periimplantitis im Fokus stand.

Die Parodontitis von morgen

"Periimplantitis wird die Parodontitis von morgen sein", erklärte Brandt. Während Behandlungskonzepte bei Parodontitis am natürlichen Zahn schon länger etabliert sind, sei die Behandlung des erkrankten periimplantären Gewebes heute noch  Neuland. "Und genau hier soll vermittelt werden, dass  innovative Therapiekonzepte  zwar vorhanden sind, aber Langzeitergebnisse noch ausstehen."

Bereits bei der Implantatplanung werde über das Periimplantitisrisiko entschieden. Brandt: "Deshalb ist die Berücksichtigung aller Faktoren wie Knochendichte, Gewebebeschaffenheit, Immunsituation und mehr bereits bei der Planung so außerordentlich wichtig."

Nicht seriös durchgerechnet

In seiner Eröffnungsrede äußerte sich Brandt auch zu den politischen Modellen: "Die Bürgerversicherung ist nicht seriös durchgerechnet. Dem Wähler wird durch die Verquickung der Einbeziehung aller Einkommensarten, wie Miet,- Zins- und Kapitalerträge, der Anhebung der Versicherungspflichtgrenze und der Einbeziehung der PKV-Versicherten wie auch der dort nicht berufstätigen aber zahlenden Familienmitglieder und Kinder regelrecht etwas vorgemacht."

Er sieht das größte Problem darin, wie diese Problematik den Patienten vermittelt werden kann. Weiter  forderte er für die Zahnärzte mehr Rechte auf die Einflussnahme auf Selektivverträge und Strukturverträge, da diese die freie Arztwahl einschränkten.

Korruption schädigt das Patienten-Arzt-Verhältnis

Auch zum derzeit aktuellen Thema der Korruption bezog Brandt Stellung: "Korruptives Verhalten von Zahnärzten im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit darf nicht hingenommen werden. Das untergräbt das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Zahnarzt."

Nicht alles durcheinanderwerfen

Der Vorsitzende der KZV Schleswig-Holstein, Dr. Peter Kriett, sagte, man könne nicht hinnehmen, dass Steuern, Beiträge und Gebühren mühelos vermengt und der Steuerstaat, Sozialstaat oder Rechtsstaat ausgetauscht werden. Auch die Grundgesetzartikel 12 zur Berufsfreiheit und 14 zur Eigentumsgarantie müssten sich einer gesellschaftspolitischen Umdeutung unterwerfen.

Kriett machte deutlich, inwieweit die Freiheit des Zahnarztes eingeschränkt wird: "Subsidiarität, das heißt eine Eigenverantwortung und damit auch Selbststeuerung, wird durch den offensiven Sozialstaat immer weiter zurückgedrängt."


Mehr zum Thema


Werblicher Inhalt