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07.03.16 / 15:00
Zahnmedizin

Prothetik bei multimorbiden älteren Menschen

Die prothetische Rehabilitation multimorbider älterer Menschen stellt eine Herausforderung für Zahnärzte dar. Was bei der oralmedizinischen Versorgung zu beachten ist, schildert Prof. Dr. Christian E. Besimo.



Auf dem 30. Zahnärztetag in Berlin gab Prof. Dr. Christian E. Besimo Tipps zum alterspezifisches Patientenmanagement. zm-sf

"Die steigende Lebenserwartung bringt gewisse Probleme mit sich und die medizinischen Herausforderungen dürfen uns nicht kalt lassen", brachte Prof. Dr. Christian E. Besimo auf dem 30. Berliner Zahnärztetag in Erinnerung. Bei der "prothetischen Rehabilitation des multimorbiden älteren Menschen" müssten die allgemeinmedizinischen und psychosozialen Rahmenbedingungen der Patienten möglichst vollständig erfasst werden, um die therapeutischen Risiken möglichst umfassend erkennen, damit Fehlentscheidungen sowie Über- oder Unterversorgung vermieden werden können.

"Die Zunahme chronischer Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Gelenkerkrankungen oder Übergewicht bringen Einschränkungen der Mobilität mit sich, die uns Zahnärzte sehr wohl betreffen", sagte Besimo. Zudem seien depressive Erkrankungen weit verbreitet.

Demenz muss uns Zahnärzte beschäftigen

Auch "Demenz muss uns Zahnärzte beschäftigen, weil sie eine gesundheitspolitische Herausforderung darstellt", hielt der Fachzahnarzt für Rekonstruktive Zahnmedizin fest. Ein weiterer wichtiger Faktor sei Polypharmazie: Jeder zweite Patient über 65 Jahre leide aufgrund der Einnahme von verschiedenen Medikamenten an Xerostomie (Mundtrockenheit), weshalb Zahnärzte auf mögliche Interaktionen zwischen ärztlich und zahnärztlich verordneten Medikamente achten sollten.

Älterwerden - ein Fragilisierungsprozess

Das Älterwerden sei ein Fragilisierungsprozess, der mit Muskelschwäche, geringer körperlicher Aktivität, rascher Erschöpfung, Gewichtsverlust, Verlangsamung und mehr als fünf diagnostizierten Erkrankungen einhergehe. "Diese Faktoren sind bestimmend für die oralmedizinische Betreuungsfähigkeit älterer Patienten", konstatierte er.

Laut Besimo haben rund ein Viertel der 65- bis 69-jährigen Patienten funktionelle Einschränkungen - wie zum Beispiel eine Seh- oder Gehbehinderung -, die Einfluss auf die rekonstruktive Entscheidungsfindung haben.


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