Dr. Jan H. Koch
22.12.15 / 12:42
Zahnmedizin

Teilprothese: UPT reduziert Risiko für Zahnverluste

Teilprothesenträger neigen dazu, ihre Nachsorge zu vernachlässigen. Halbjährliche parodontale Recallsitzungen (UPT) reduzieren dabei das Risiko für Zahnverluste deutlich. Das zeigt eine japanische Studie.



Klammerprothesen tragen häufig zu Karies und Parodontitis an Pfeilerzähnen bei. Digitalpress-Fotolia

Teilbezahnte Patienten mit herausnehmbarem Ersatz haben häufiger Gingivitis, höhere Taschentiefen und mehr Rezessionen. An Pfeilerzähnen geht zudem mehr parodontales Attachment verloren als an Nicht-Pfeilerzähnen. Auch Zahnbeweglichkeit und Zahnverlust sind erhöht, weiterhin Wurzelkaries und Sekundärkaries und schließlich Zahnfrakturen.

In der hier vorgestellten Studie aus Japan wurde untersucht, ob häufigere parodontale Nachsorge die Zahnprognose verbessern kann (1). Insgesamt 192 Patienten erhielten an der Universität Osaka eine Vorbehandlung einschließlich parodontalem Debridement (bei Bedarf), PZR und Mundhygiene-Instruktion. Anschließend wurden alle Patienten mit Klammer-Teilprothesen versorgt. Zusätzlich wurde ihnen eine viertel- bis halbjährliche Recallsitzung im Sinne einer unterstützenden Parodontaltherapie nahegelegt (einschließlich subgingivaler Belagsentfernung).

Sieben Jahren später zeigte sich, dass knapp die Hälfte der durchschnittlich 64 Jahre alten Patienten der Recall-Empfehlung gefolgt war. Die Pfeilerzähne dieser Probanden hatten eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 83,7 Prozent. Knapp 29 Prozent der Patienten kamen einmal jährlich und ein Viertel kam gar nicht zu den Nachsorgesitzungen. Pfeilerzähne in diesen Gruppen hatten nur 75,5 und 71,9 Prozent Überlebenswahrscheinlichkeit.

Eine Verlaufsbetrachtung (Kaplan-Meier) zeigte, dass die Zahnprognose bei jährlichem UPT-Recall bis zum vierten Jahr ähnlich wie bei viertel- bis halbjährlichem war. Danach und bis zum siebten Jahr näherte sie sich den Werten der Patienten an, die gar nicht zum Recall erschienen. Von allen Zähnen fielen 42 Prozent einer Parodontitis zum Opfer, rund 30 Prozent kariösen Defekten, ein gutes Viertel der Pfeilerzähne frakturierte und musste extrahiert werden.

Halbjährlicher Recall sollte mindestens Standard sein

Wenn kein vollständiger Parodontalstatus vorlag, wurde beim Ausgangsbefund das Verhältnis von knochenverankerter Wurzellänge zu freier Wurzel/Krone bestimmt. Zudem waren die Werte aller Probanden zu Beginn in allen drei Gruppen vergleichbar. Unkooperative Patienten verfälschten also nicht aufgrund schlechterer Ausgangssituation die Ergebnisse. Die Autoren folgern, dass Patienten zu einem mindestens halbjährlichen Recall mit professioneller parodontaler Nachsorge motiviert werden sollten. Dazu sollte das gesamte zahnärztliche Team Teilprothesenträger nach der Eingliederung informieren und die entsprechenden Leistungen anbieten.

Interessant ist, dass Teilprothesenträger als Risikopatienten einzustufen und für diese mindestens halbjährliche Recalls angezeigt sind. Um dies zu ermöglichen, muss geschultes Personal vorhanden sein - möglichst auf ähnlichem Niveau wie im Rahmen der Studie.

Studie
1. Tada S, Allen PF, Ikebe K, Matsuda K, Maeda Y. Impact of periodontal maintenance on tooth survival in patients with removable partial dentures. J Clin Periodontol 2015;42:46-53.

 


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