ck
14.01.16 / 15:03
Zahnmedizin

Unterkiefer-Osteonekrose infolge einer Gürtelrose

Ein 64-jähriger Patient klagt über starke Schmerzen. Fünf Wochen zuvor hatte er eine Hautveränderung im linken Unterkieferbereich bemerkt, woraufhin ihm sein Hautarzt ein antivirales Mittel verschrieb. Ein Fallreport aus Korea.




Abstract: Herpes zoster virus (HZV) infections are caused by reactivation of the varicella zoster virus. Reactivation symptoms commonly affect the thoracolumbar trunk, and rarely affect the mandibular branches of the trigeminal nerve. When the mandibular branches are involved, lesions appear proximal to the innervation area. This condition may be associated with exfoliation of the teeth and osteonecrosis of the jawbone. We report a case of mandibular osteomyelitis after herpes zoster infection and we present a review of the literature on mandibular-branch involvement of HZV-related osteonecrosis.

I. Einleitung

Der Begriff Gürtelrose (auch Herpes zoster oder einfach Zoster genannt) bezeichnet per Definition eine Hauterkrankung, die als Spätfolge einer Infektion mit dem Erreger der Windpocken auftritt: dem sogenannten Varicella-Zoster-Virus. Mediziner bezeichnen den Erreger der Windpocken und der Gürtelrose auch als humanes Herpes-Virus Typ 3 (HHV 3).  

Bei Windpocken handelt es sich in der Regel um eine harmlose Erkrankung im Kindesalter, doch bleibt das Virus in den sensorischen Ganglien latent bestehen. Wird das Virus reaktiviert, kann es Gürtelrose mit Bläschenbildung mit einer ausgeprägten Virusvermehrung entlang des betroffenen Nervs hervorrufen. Das Virus wird oft im Zuge einer Schwächung des Immunsystems reaktiviert und bleibt entweder systemlos oder bewirkt nun die Zweiterkrankung mit (Gürtelrose) oder ohne Bläschenbildung (Zoster sine herpete).

Gürtelrose tritt in der Regel im Alter auf. Durchschnittlich zwei bis drei Frauen und Männer je 1.000 erkranken pro Jahr. Die Inzidenz steigt mit dem Alter: fünf je 1.000 pro Jahr bei Patienten über 50 Jahre, sieben bis acht je 1.000 bei Patienten über 60 Jahre und zehn je 1.000 bei Patienten über 80 Jahre. Prädisponierende Faktoren sind: HIV und Aids, Leukämie, Lymphome oder Diabetes mellitus, aber auch systemische Steroidtherapien, Chemo- oder Strahlentherapien. Stress oder Traumata können die Gürtelrose ebenfalls auslösen.

Am häufigsten befallen sind die thorakalen Dermatome (56 Prozent) und die Trigeminalganglien (etwa 20 Prozent). Von den drei Ästen des Trigeminus ist der Nervus ophthalmicus am häufigsten betroffen. Begleitet werden die oralen Manifestationen im Oberkiefer- oder Unterkieferbereich von unspezifischen Symptomen. Alveolarknochennekrosen und die Abstoßung abgestorbener Gewebe- und Kochenteile treten dabei häufig als Komplikationen auf. Geschildert wird im Folgenden der Fall einer Osteonekrose im Unterkiefer nach einer Gürtelroseninfektion.


Mehr zum Thema


Kommentare

Leserkommentare (0)

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können
Werblicher Inhalt