eb/dpa
09.07.13 / 15:53
Zahnmedizin

Viele Berliner Kinder mit schlechten Zähnen

In Berlin ist die Zahl der Kinder mit stark vernachlässigten Zähnen gestiegen. Zahnärzte registrierten im vergangenen Schuljahr 1.373 Kinder, bei denen notwendige Zahnbehandlungen in größerem Umfang fehlten.



Wenn die Experten der zahnärztlichen Dienste bei den Kids vernachlässigte Zähne registrieren, kontaktieren sie die Eltern und bieten auch Beratungen an. Denn die Zahnkontrollen dienen gleichzeitig dem Kinderschutz. proDente

Im Schuljahr zuvor waren es 1.289 Kinder, wie aus einem am Dienstag von der Gesundheitssenatsverwaltung herausgegebenen Bericht zur Mundgesundheit der Berliner Kinder hervorgeht. Insgesamt verbesserte sich die Zahngesundheit bei den Kindern und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr aber leicht. So stieg der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit kariesfreiem Gebiss von 57 Prozent (2010/11) auf 59 Prozent (2011/12).

Handlungsbedarf bei Kita-Kindern

Großen Handlungsbedarf sehen die Autoren des Berichts vor allem bei Kita-Kindern. Hier müssten die Eltern aktiver werden und die Kinder stärker untersuchen und behandeln lassen, fordern die Experten. In fast jedem zweiten Gebiss der Sechsjährigen fanden die Ärzte Karies.

Von dem bundesweiten Ziel, den Anteil der Sechsjährigen mit kariesfreien Zähnen auf 80 Prozent zu steigern, ist Berlin laut Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) noch weit entfernt. Er erinnerte daran, dass das tägliche Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahncreme der wirksamste Schutz der Zähne ist. 

Im Extremfall schalten sich Gesundheitsdienste ein

Die Zahnärztlichen Dienste hatten im Schuljahr 2011/12 rund 181.000 Kinder und Jugendliche untersucht. Darüber hinaus kontrollierten Teams der Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen rund 13.600 Kinder in Eltern-Kind-Gruppen und Kinder-Pflegestellen. 

Die Zahnkontrollen sollen auch gleichzeitig dem Kinderschutz dienen. Wenn die Experten der zahnärztlichen Dienste vernachlässigte Zähne feststellen, kontaktieren sie die Eltern und bieten auch Beratungen an. Kooperieren die Eltern nicht, werden Kinderschutzkoordinatoren der Kinder- und Jugendgesundheitsdienste eingeschaltet. Laut jüngstem Bericht war dieser Schritt bei 280 Kindern nötig.


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