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30.05.17 / 10:19
Zahnmedizin

Zahnmedizinstudenten siegen bei "Jugend forscht"

Drei Zahnmedizinstudenten aus Marburg sind Bundessieger beim Wettbewerb "Jugend forscht": mit einer von ihnen entwickelten LED-Lampe, die die Verarbeitungszeit für Komposite vervielfacht.



Die Preisträger Albrecht von Bülow (20, rechts), Flavio Krug (18, Mitte) und Saeed Mohamad (20, links), studieren im 2. Semester an der Zahnklinik der Philipps-Universität Marburg. Sie gewannen den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ im Fachgebiet Arbeitswelt und wurden am 28. Mai in Erlangen mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro stiftete die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles. Jugend forscht

In der Zahnmedizin werden für Füllungen häufig lichthärtende Komposite verwendet. Damit das in einzelnen Schichten aufgetragene Material aushärtet, muss der Mund des Patienten bekanntlich gut mit blauem Licht ausgeleuchtet werden, zum Beispiel mit einer weißen Leuchtdiode.

Doch genau dieses Licht lässt das Material auch bereits nach ein bis zwei Minuten zäh und spröde werden – ein Problem, auch für erfahrene Zahnärzte. Albrecht von Bülow, Flavio Krug und Saeed Mohamad, Zahnmedizinstudenten im 2. Fachsemester, haben hierfür eine Lösung gefunden: Stressfreies Legen von Kompositfüllungen – alles eine Frage der Beleuchtung!“ So lautete der Titel der Untersuchung, mit der die drei Zahnmedizinstudenten beim Bundeswettbewerb angetreten sind. Im März dieses Jahres waren sie beim hessischen Landeswettbewerb von Jugend forscht im Fachgebiet Arbeitswelt als Sieger hervorgegangen.

"Knifflige Fragestellungen lösen wir zusammen", Flavio Krug

Sie entwickelten eine Lampe für weißes Licht, basierend auf gelben und türkisen LEDs, mit der sich die Verarbeitungszeit des Komposits vervielfacht. Dafür wurden sie am 28. Mai beim 52. Bundesfinale von Jugend forscht in Erlangen mit dem ersten Preis im Bereich Arbeitswelt ausgezeichnet, gestiftet von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

"Nach etwa sieben unterschiedlichen Aufbauten haben wir eine zunächst zufriedenstellende Lösung gefunden, die wir jedoch noch entscheidend zum Bundeswettbewerb verbessert haben", Saed Mohamad

"Besonders beeindruckt haben die Jury das strukturierte Vorgehen, umfangreiche Vorversuche sowie erfolgreich durchgeführte erste Paxistests", hieß es in der Laudatio.

"Forschung ist Zukunft – die ersten Semester des Studiums wurden durch das Forschen für uns noch spannender; es erfordert, dass man auch über sein Fachgebiet hinaus nach Lösungen sucht. Dies begeistert uns. Daher ist Forschung eine Sache, die wir unser Leben lang verfolgen wollen", Albrecht von Bülow

Betreut wurden die Zahnmedizinstudenten vom leitenden Oberarzt Prof. Dr. Michael Gente von der Marburger Zahnklinik. Er unterstützt seit dem Jahr 2009 im Lehrbereich Propädeutik innerhalb der Abteilung für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre regelmäßig Studierende, die bei „Jugend forscht“ teilnehmen. „Damit erhalten auch Studierende der ersten Semester die Gelegenheit, Forschungsarbeit aus eigenem Erleben kennenzulernen und vor der Jury zu vertreten. Der aktuelle Erfolg ist das Ergebnis einer perfekten Zusammenarbeit in einem fleißigen und geschickt arbeitenden Team“, sagt Gente.

„Jugend forscht“ ist ein bundesweiter Nachwuchswettbewerb, der besondere Leistungen und Begabungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fördert. Teilnahmeberechtigt sind Schülerinnen, Schüler sowie Auszubildende und Studierende bis 21 Jahre.


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