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16.11.15 / 14:06
Berichte

BEGO: Hansestadt im Implantologiefieber

Am vergangenen Wochenende stand Bremen ganz im Zeichen der Implantologie: Mit dem 8. BEGO Medical Anwendertreffen und dem 6. Bremer Implantologietag war die Hansestadt Schauplatz des „Implantology Meets CAD/CAM“ (IMCC)-Kongresses der BEGO. Rund 600 Zahnmediziner, Zahntechniker, Industriepartner und Pressevertreter waren der Einladung in den hohen Norden gefolgt – und erlebten ein Kongressprogramm mit spannenden Highlights rund um 3D-Druck, digitale Implantologie, Alterszahnheilkunde und Praxismarketing.




Über das „Rekordergebnis“ der Teilnehmerzahlen freute sich Christoph Weiss, Geschäftsführender Gesellschafter der BEGO Unternehmensgruppe, bei seiner Begrüßung der Gäste am Samstagvormittag ganz besonders: Aus einer Veranstaltung mit zehn Leuten im unternehmenseigenen Kasino sei längst eine feste Instanz im dentalen Terminkalender geworden, die Jahr für Jahr mehr Implantologie-Begeisterte nach Bremen locke. Bei aller Bewegung innerhalb der Branche betrachtet der BEGO-CEO sein Unternehmen als Fixpunkt, der Zahnärzte und Zahntechniker frei nach dem Unternehmensmotto „Miteinander zum Erfolg“ bei der bestmöglichen Behandlung unterstützen möchte. „Denn am Ende des Tages kommt es immer auf den Patienten an“, schloss Weiss.

Prof. Dr. Constantin von See, Krems, lotete im Anschluss unter dem Titel „Revolution oder Evolution? 3D-Druck im Dentalbereich“ das Spannungsfeld der additiven Verfahren aus. Für den Dozenten der Danube Private University, Krems, stand die Antwort auf die Frage seines Vortrags fest: 3D-Druck ist eine Revolution, die mit einer breiten Anwendungsvielfalt, hoher Wirtschaftlichkeit, einem breiten Materialspektrum bei geringem Materialverbrauch und einer hohen Fertigungsgeschwindigkeit einhergeht.

Grenzen und Möglichkeiten der Implantologie erkennen

An die Grenzen der digitalen Implantologie gemahnte Prof. Dr. Heiner Weber, Tübingen. In seinem Vortrag erinnerte er an den hohen Stellenwert der Präzision in der Implantologie und die Risiken, die eine rein digitale Planung mit sich bringt. „Die Standardabweichung bei der dentalen Bildgebung variiert zwischen 1,5 und 2 Millimetern. Das entspricht immerhin einer ganzen Implantatgröße“, betonte Weber. Auch dynamische Faktoren wie Kiefer- und Zahnbewegungen, das Gewebeverhalten oder die Eigenschaften der unterschiedlichen Implantatsysteme lassen sich seiner Meinung nach nicht vorhersagen. „Biologie lässt sich nicht planen“, lautete Webers Fazit. Konzepten wie dem digitalen „backward planning“ steht er daher kritisch gegenüber.

Über das zukunftsträchtige Thema der Alterszahnheilkunde referierte Prof. Dr. Ina Nitschke, Leipzig/Zürich. „Das Alter ist auch bei Hochbetagten keine Kontraindikation für die Versorgung mit Implantaten“, betonte sie in ihrem Vortrag. Wichtig sei lediglich, die zahnmedizinischen funktionellen Kapazitäten eines Patienten richtig einzuschätzen – also dessen Therapie- und Mundhygienefähigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Nachsorgekompetenz und den allgemeinen Gesundheitsstatus. Ist es um diese Faktoren schlecht bestellt, gab die Expertin für Alterszahnheilkunde einer „möglichst soliden, stabilen und simplen Versorgung“ den Vorzug vor Implantatlösungen.

Aus IMCC wird 2016 „BEGO Dialoge“

Praktische rechtliche Tipps in Sachen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie ein Update zum anstehenden Antikorruptionsgesetz erteilten Dr. Susanna Zentai, Köln, und Prof. Dr. Thomas Ratajczak, Sindelfingen.

Neben wissenschaftlichen Vorträgen präsentierte der Veranstalter aber auch Neuigkeiten in eigener Sache: So steht ab sofort mit dem neuen Guide Orderportal ein digitales Planungszentrum für die Online-Bestellung von Bohrschablonen und implantologischen Fallplanungen zur Verfügung. Anwender benötigen damit künftig keine eigene Planungssoftware mehr, sondern können Planungsvorschläge über das Online-Portal auf jedem Praxisrechner und auch von zu Hause aufrufen. Auch die Erstellung von Bohrschablonen wird durch den neuen Service deutlich günstiger.

Im nächsten Jahr wird der IMCC unter dem Titel „BEGO Dialoge“ fortgeführt. Am 19. November 2016 dreht sich in Bremen dann wieder alles um das Thema Implantologie.


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