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25.11.15 / 08:45
Berichte

Hain Lifescience: Keimanalyse beugt falschem Antibiotika-Einsatz vor

Analysesysteme für Markerkeime bieten eine sinnvolle Unterstützung bei der Parodontitis-Behandlung und können den Einsatz von Antibiotika in der Praxis reduzieren. Warum das so ist und welche Systeme sich hier bewährt haben, erklärt Tobias Hain, Geschäftsführer von Hain Lifescience, in einem Kurzinterview.



Tobias Hain, Geschäftsführer von Hain Lifescience, und Kundenberaterin Karin Schramm stellten während der Dentalfachmessen im Herbst ihre Systeme zur Markerkeimanalyse vor. js

Mit micro-IDent und micro-IDent plus bietet Hain Lifescience ein System zur Analyse von parodontopathogenen Markerkeimen für Praxen an. Welche Vorteile bieten solche Tests?
Hain: Unsere Markerkeimanalysen mit micro-IDent und micro-IDent plus weisen das individuelle Keimspektrum von Parodontitis-Patienten sicher nach und geben dem Zahnarzt die notwendigen Informationen für eine optimale und diagnostisch fundierte Behandlungsplanung. Damit bilden die Ergebnisse nicht nur die Grundlage für eine erfolgreiche Parodontitis-Therapie, sondern reduzieren auch den sinnlosen oder falschen Einsatz von Antibiotika. Gerade in Zeiten einer sich verschärfenden Resistenzproblematik sollten Antibiotika ausschließlich nach Abklärung des individuellen Keimspektrums verordnet werden. Nur so ist gewährleistet, dass diese Medikamente gezielt gegen die vorliegenden Bakterien eingesetzt und nicht unnötig angewendet werden. Aber auch im Anschluss an die PA-Therapie haben unsere Testsysteme ihren Stellenwert: Einerseits dokumentieren Kontrollanalysen die erfolgreiche Keimreduktion, andererseits decken Analysen im Rahmen der UPT eventuelle Rezidive frühzeitig auf.
 
Bei welchen Patienten wird das Analysesystem in der Diagnostik eingesetzt und wie kommt es beim Behandler an?
Hain: Spätestens wenn die Initialtherapie bei einem Patienten nicht zum gewünschten Behandlungserfolg führt, sollte eine Markerkeimanalyse durchgeführt werden. Da parodontopathogene Bakterien teilweise die Fähigkeit haben, in das Weich- und Knochengewebe einzudringen, reduziert eine rein instrumentelle Therapie die Keimbelastung oft nur ungenügend. Dann sollte eine adjuvante Antibiose durchgeführt werden, um auch die im Gewebe lokalisierten Keime zu erreichen und die Infektion langfristig erfolgreich zu beherrschen. Ob eine antibiotische Unterstützung grundsätzlich notwendig ist und welcher Wirkstoff die vorliegenden Erreger optimal reduziert, zeigt eine Markerkeimanalyse mit micro-IDent oder micro-IDent plus.
Die Tests kommen bei den Behandlern sehr gut an. In erster Linie schätzen sie natürlich die Informationen über die individuelle Keimbelastung ihres Patienten. Darüber hinaus ist aber auch die Durchführung der Tests denkbar unkompliziert: Nach der schnellen und einfachen Entnahme in der Zahnarztpraxis wird die Probe per Post verschickt. Und bereits am Tag des Probeneingangs bei uns liegt dem Zahnarzt das Ergebnis und damit die individuelle Therapieempfehlung vor. Diese unterstützt die Ärzte dabei, die parodontopathogenen Bakterien umfassend und erfolgreich zu reduzieren. Auch, dass wir den Behandler nach der Analyse nicht alleine lassen, sondern für Fragen rund um die Ergebnismitteilung zur Verfügung stehen, wird sehr geschätzt.

Gibt es angesichts der immer größeren Zahl multiresistenter Keime Entwicklungsbedarf bei Testsystemen?
Hain: Wichtig ist in erster Linie, dass überhaupt getestet wird. Die sich immer weiter verschärfende Situation der bakteriellen Resistenzen beruht doch vor allem darauf, dass Antibiotika ohne Kenntnis des Erregerspektrums verordnet werden. Im glimpflichsten Fall ist der verordnete Wirkstoff nicht an das vorliegende Erregerspektrum angepasst und damit unwirksam. Im schlechtesten Fall fördert die unspezifische Verordnung zusätzlich dazu das Entstehen von Resistenzen. Entwicklungsbedarf sehe ich deshalb eher beim verantwortungsvollen Umgang mit diesen wertvollen Waffen im Kampf gegen Infektionen.


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