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10.11.15 / 15:18
Berichte

Industrie und Gesellschaften vergeben Preise in Frankfurt

Der Deutsche Zahnärztetag am 6. und 7. November 2015 in Frankfurt war Anlass für die Vergabe zahlreicher Auszeichnungen: Neben dem Präventionspreis Frühkindliche Karies der Bundeszahnärztekammer in Kooperation mit CP GABA verlieh die Kurt Kaltenbach Stiftung den Kurt Kaltenbach Dental Education Award. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zeichneten in Frankfurt die jahresbesten Publikationen ihrer wissenschaftlichen Organe „Oralprophylaxe und Kinderzahnheilkunde“ und „Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift“ aus.




Im Rahmen der „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“ ehrten die Bundeszahnärztekammer und CP GABA am 6. November insgesamt vier Preisträger, die mit praxisnahen Konzepten und Projekten nachweislich die Prävention Frühkindlicher Karies (Early Childhood Caries – ECC) verbessert haben. Die Jury aus vier Experten achtete bei der Auswahl der Gewinner darauf, dass die Konzepte und Projekte wissenschaftlich fundiert, bundesweit umsetzbar und dazu geeignet sind, Eltern, Erziehungsberechtigte und Betreuer für ein verbessertes Ernährungs- und Mundhygieneverhalten zu sensibilisieren und zur Umsetzung zu motivieren. Insgesamt wurden 5000 Euro Preisgelder zur Verfügung gestellt.

Der erste Platz ging an eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Hüsamettin Günay von der Medizinischen Hochschule Hannover. Das Konzept der „Zahnärztlichen Gesundheitsfrühförderung interdisziplinär“ begleitet werdende Mütter und ihre Kinder bereits in der Schwangerschaft und bietet Aufklärung und Unterstützung bei der Mundgesundheit, etwa durch Integration von Beratungsangeboten sowie Möglichkeiten zur Wahrnehmung von zahnmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen in den Mutterpass und das Kinder-Vorsorgeheft. Die Urkunde für den zweiten Platz nahm Dr. Michael Schäfer vom Gesundheitsamt Düsseldorf entgegen. Das Präventionsprogramm „Zukunft für Kinder in Düsseldorf“ bietet koordinierte Hilfen für Eltern und Kinder im Alter bis drei Jahre, mit denen insbesondere Risikofamilien frühzeitig und gezielt angesprochen werden können. Die von Bettina Bels vom Verein Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. eingereichte Arbeit belegte den dritten Platz. Das Programm „Kita mit Biss“ hat sich als Aufklärungs- und Ernährungsprogramm das Ziel eines (mund-)gesundheitsförderlichen Kita-Alltags gesetzt. Mit einem Sonderpreis ehrte die Jury schließlich die von Roswitha Schneider eingereichte Arbeit der Stiftung Pro Kind. Im Hausbesuchsprogramm von Pro Kind setzt die Präventionsarbeit bereits im zweiten Drittel der Schwangerschaft von Erstgebärenden an.

Kurt Kaltenbach-Auszeichnung geht nach München und Heidelberg

Den ersten Preis des Kurt Kaltenbach „Dental Education Award“ übereichte Kurator Prof. Dr. Reiner Biffar den Preisträgern Dr. Richard Heym, Vinay Pitchika, Till Hennessen und Dr. Sebastian Krause vom Universitätsklinikum München für die „Entwicklung und Evaluation einer modellbasierten Lernsequenz zur klinischen Parodontalbefunderhebung im Zuge der zahnmedizinischen Studentenausbildung“. 

Weiterhin verlieh die Stiftung ihren „Dental Education Award“-Sonderpreis für innovative Ideen an die Arbeitsgruppe um Zahnärztin Sophia Terebesi, die am Universitätsklinikum Heidelberg eine Pilotstudie zum Thema „Selbstbeurteilung zahnärztlicher Präparationen im Rahmen der vorklinischen Studentenausbildung im Vergleich zu Kursnote“ durchführte. Die Motivation hierfür lag darin begründet, dass Studenten innerhalb von Evaluationen angaben, dass ihnen nur wenige Möglichkeiten zum freien Üben von Präparationen geboten würden und sie deswegen unsicher bei der Beurteilung ihrer Arbeiten wären. 51 Studierende nahmen an der Studie teil, bei denen sie sich gegenseitig in Kleingruppen bewerteten, ohne eine Benotung oder Beurteilung durch einen  Lehrbeauftragten. Nach Beendigung der Studie gaben die Probanden an, einen höheren Lernerfolg erfahren zu haben und selbstreflexiver arbeiten zu können.

Preise für herausragende wissenschaftliche Veröffentlichungen

In Kooperation mit dem Deutschen Ärzte-Verlag vergab die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiZ) den Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit in der Zeitschrift „Oralprophylaxe und Kinderzahnheilkunde“. Die mit 1000 Euro dotierte Auszeichnung ging in diesem Jahr an Atieh Emami-Namini für ihren Artikel „Sind neu eingeführte Fissurenversiegler für die prophylaktische Versiegelung von Fissuren und Grübchen geeignet?“.

Auch der Jahresbestpreis der „Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift“ prämierte eine wissenschaftliche Arbeit: Mit einem Preisgeld von 3000 Euro bedachte die DGZMK Dr. med. Wolfgang Bömicke für seine Publikation „Die klinische Bewährung metallkeramischer Front- und Seitenzahnadhäsivbrücken“.


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