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08.05.15 / 11:00
Berichte

Listerine: Optimierung der dentalen Biofilmkontrolle

Listerine ist bei der täglichen 3-Fach-Prophylaxe eine optimale Ergänzung zur mechanischen Zahnreinigung mit Zahnbürste und Interdentalpflege. Nachweislich erhöht die ergänzende Verwendung von Listerine die Plaquereduktion um 52 Prozent im Vergleich zu Zähneputzen und Zahnseide allein.[1] Die Wirkung von Listerine Mundspülungen beruht auf den vier enthaltenen lipophilen ätherischen Ölen Eukalyptol, Thymol, Menthol und Methylsalizylat. Sie bekämpfen nicht nur ein breites Spektrum an planktonischen Bakterien, sondern dringen darüber hinaus tief in den dentalen Biofilm ein. Gleichzeitig lassen sich in der Langzeitanwendung von Listerine weder negative Auswirkungen auf das natürliche Gleichgewicht der Mundflora, noch Zahn- oder Zahnfleischverfärbungen feststellen.



Foto: Johnson & Johnson

Die Kontrolle des dentalen Biofilms stellt nach wie vor eine der wirksamsten Maßnahmen dar, um Zähne und Zahnfleisch langfristig gesund zu erhalten. Bei vielen Patienten zeigt sich jedoch, dass die mechanische Reinigung hierfür ungenügend ist. Nicht nur aufgrund von fehlender Motivation, falscher Anwendung oder eingeschränkten motorischen Fähigkeiten bleiben selbst nach dem Zähneputzen und der Zahnzwischenraumpflege viele Bakterien zurück. Dort, wo die mechanische Reinigung die Entfernung des dentalen Biofilms nur unzureichend ermöglicht, können sich die verbliebenen Bakterien vermehren und schnell wieder neuen Zahnbelag bilden. Zahnprobleme können die Folge sein. Antibakterielle Mundspülungen können Verbesserung bieten.

Planktonische versus sessile Bakterien

Orale Bakterien können planktonisch (frei schwimmend) sein oder als Bestandteil des Biofilms vorkommen. Bakterien, die im Biofilm vorkommen, werden auch als sessile Bakterien bezeichnet. Der dentale Biofilm ist eine Ansiedlung von verschiedenen Bakterienarten, die sich zu einer dichten Einheit zusammenlagert. Er wächst auf den glatten Zahnoberflächen. Im Unterschied zu Mikroorganismen in planktonischer Lebensform sind die sessilen Bakterien im festen Verbund eines Biofilms besser vor äußeren Einflüssen geschützt.2

Der dentale Biofilm kann durch die mechanische Reinigung entfernt werden. Häufig zeigt sich, dass trotz der Anwendung von Zahnbürste und Zahnseide beziehungsweise Interdentalbürste bei vielen Patienten Plaque zurückbleibt. Die ergänzende Anwendung einer Mundspülung im Rahmen der täglichen 3-Fach-Prophylaxe kann eine optimierende Funktion erfüllen. Bei der Auswahl einer Mundspülung sollte darauf geachtet werden, dass sie sowohl planktonische Bakterienstämme als auch Bakterien im Biofilm bekämpft. Mundspülungen, die planktonische Bakterien bekämpfen sind nicht immer auch gegen im Biofilm vorhandene Bakterien wirksam.3

Ätherische Öle bekämpfen auch Bakterien im Biofilm

Die aktiven Stoffe in Listerine Mundspülungen sind vier lipophile ätherische Öle: Thymol, Menthol, Eukalyptol und Methylsalicylat. Sie bekämpfen ein breites Spektrum planktonischer Bakterien und dringen darüber hinaus tief in den Biofilm ein. Die Struktur des Biofilms wird zersetzt, indem die ätherischen Öle Zellwände von Keimen im Biofilm zerstören.4,5 Dadurch wird der Biofilm gelockert und gelöst, auch an Stellen, an die Zahnbürste und Zahnseide nicht ausreichend hingekommen sind. Außerdem wird durch die hydrophoben Eigenschaften der Öle eine erneute Bakterienaggregation erschwert. So verlangsamen sie die bakterielle Vermehrung und vermindern die Plaqueakkumulation. In einem In-vitro-Vergleich mit Mundspüllösungen, die Amin-/Zinnfluorid bzw. Triclosan/PVM/MA-Copolymer enthielten, reduzierten die Listerine Mundspülungen innerhalb einer Kontaktzeit von 15 Sekunden die Anzahl bestimmter biofilmbildender Keime um 97 Prozent. Die beiden anderen Lösungen reduzierten die Keimzahl um lediglich 12,76 beziehungsweise 5,66 Prozent.6

Auch langfristig keine negativen Auswirkungen

Die Geschichte von Listerine reicht mehr als 130 Jahre zurück. Als Mundspülung mit ätherischen Ölen ist Listerine seit Jahrzehnten erhältlich. Seit 1970 wurden mehr als 30 Langzeitstudien zu Listerine durchgeführt, unter anderem zu der Frage, ob sich die Verwendung von Listerine negativ auf das natürliche Gleichgewicht der Mundflora auswirkt. Das Ergebnis: Selbst bei einem Gebrauch von Listerine über 6 Monate hinweg lässt sich weder eine Verschiebung des mikrobiellen Gleichgewichts zugunsten opportunistischer oraler pathogener Keime, noch die Entstehung bakterieller Resistenzen beobachten. Die Mundschleimhaut wird nicht verändert.7,8,9

Es ist darüber hinaus nicht bekannt, dass Listerine Mundspülungen mit ätherischen Ölen Zähne oder Zahnfleisch verfärben – das gilt auch bei dauerhafter Anwendung.  Mundspülungen hingegen, die den Wirkstoff Chlorhexidin enthalten, können bei langfristiger Anwendung zu Verfärbungen im Mundraum führen und sind nur für den zeitlich begrenzten Einsatz geeignet, z.B. zur Plaquekontrolle bei akuten Entzündungen.

Initiative 3-Fach-Prophylaxe

Die Initiative 3-Fach-Prophylaxe von Listerine gibt Dentalexperten Informationen und Services rund um die Integration von Mundspülungen in die tägliche Mundhygiene an die Hand und unterstützt sie so bei der Prophylaxe-Beratung der Patienten. Zentrales Element der Initiative 3-Fach-Prophylaxe ist die Seite www.listerineprofessional.de/initiative-3-fach-prophylaxe.

 1Sharma N et al., Adjunctive benefit of an essential oil-containing mouthrinse in reducing plaque and gingivitis in patients who brush and floss regularly: a six month study. JADA 2004; 135: 496-504.
 2Ciancio SG (ed.). Efficacy of antiseptic mouthrinses on plaque biofilm. Biological Therapies in Dentistry 2009; 24(Supplement 2): 1–4.
3Fine DH et al. Comparative antimicrobial activities of antiseptic mouthrinses against isogenic planktonic and biofilm forms of Actinobacillus actinomycetemcomitans. J Clin Periodontol 2001; 28: 697–700.
4Fine DH et al. Effect of rinsing with an essential oil-containing mouthrinse on subgingival periodontopathogens. J Periodont 2007; 78: 1935–1942.
5Lux R et al. data on file, Confocal laser scanning microscopy evaluation of biofilm kill activity of representative global mouthrinse, 2005
6Fine DH et al. Comparative antimicrobial activities of antiseptic mouthrinses against isogenic planktonic and biofilm forms of Actinobacillus actinomycetemcomitans. J Clin Periodontol 2001; 28: 697–700.
7Walker C et al. Evaluation of microbial shifts following long-term antiseptic mouthrinse use. J Dent Res 1989; Abstract 1845.
8Minah GE et al. Effects of 6 months use of an antiseptic mouth rinse on supragingival dental plaque microflora. J Clin Periodontol 1989; 16: 347–352.
 9Stoeken JE et al.: The long-term effect of a mouthrinse containing essential oils on dental plaque and gingivitis: a systematic review. J Clin Periodontol 2007; 78: 1218–1228
10Stoeken JE et al.: The long-term effect of a mouthrinse containing essential oils on dental plaque and gingivitis: a systematic review. J Clin Periodontol 2007; 78: 1218–1228


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