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12.03.15 / 09:00
Berichte

Neues Qualitätssiegel gegen Periimplantitis

Zahnarztpraxen können ihre Implantatpflege künftig vom Aktionsbündnis gesundes Implantat zertifizieren lassen und dafür ein Qualitätssiegel erhalten.



„Die Zahl der gesetzten Implantate beträgt in Deutschland etwa eine Million – das sind dreimal so viele wie in den USA“ - Prof. Johannes Einwag Foto: Böll

Erstmals präsentierte das Aktionsbündnis gesundes Implantat gestern auf der IDS sein neues Qualitätssiegel „ImplantatPflegeCenter“. In Kürze können sich alle Zahnarztpraxen, deren Prophylaxe zur Vorbeugung von Periimplantitis den Kriterien des Qualitätssiegels entspricht, evaluieren lassen, sagte Implantologe Jan-Philipp Schmidt, Geschäftsführer des Aktionsbündnisses. Bisher fehlen Standards für die Prophylaxe bei Implantatträgern, obwohl einer Studie zufolge mehr als 50 Prozent aller Implantate von Entzündungen bedroht sind. „Die Zahl der gesetzten Implantate beträgt in Deutschland etwa eine Million – das sind dreimal so viele wie in den USA“, sagte Prof. Dr. Johannes Einwag, Vorsitzender der Gesellschaft für Präventive Zahnmedizin. Sinnvoll sei es jetzt, biologisch zu denken und Indikationen für nachhaltiges Implantieren und die Gesunderhaltung von Implantaten zu entwickeln.

In den kommenden Monaten plant das Bündnis die Etablierung von Kriterien zur Reinigung und Pflege von Implantaten, die zur Führung des neuen Labels ImplantatPflegeCenter berechtigen. Das Zertifikat soll zunächst für zwölf Monate vergeben werden. Danach soll die Prophylaxequalität der Praxis erneut evaluiert werden.

Sinnvoll sei ein solches Zertifikat vor allem, um die Qualität der Implantatpflege für die Patienten sichtbar zu machen, sagte Schmidt. Praxen, die ImplantatPflegeCenter werden wollen, können sich registrieren unter www.gesundes-implantat.de


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